Das türkische Kriegsschiff „TCG Anadolu“ steuert Lettlands Küste an. Die NATO setzt damit ein Zeichen nach mehrfachen Luftraumverletzungen, für die man Russland in der Verantwortung sieht.
Der am NATO-Militärmanöver in der Ostsee beteiligte türkische Drohnenträger TCG Anadolu wird nun auch zur Abschreckung an der Ostflanke des Bündnisses eingesetzt. Dazu nimmt das Kriegsschiff Kurs auf die Küste vor Lettland. Das geht aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Das Schiff werde dafür auch dem Alliierten Luftkommando der NATO („Aircom“) unterstellt.
Die Anadolu ist ein amphibisches Angriffsschiff der türkischen Marine und an der laufenden NATO-Übung „Steadfast Dart“ beteiligt. Dazu waren am Mittwoch (18. Februar) Soldaten und Material über den Strand des Truppenübungsplatzes Putlos an Land gebracht worden – eine sogenannte amphibische Landeoperation.
Unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen hatte die NATO im September vergangenen Jahres den Einsatz „Eastern Sentry“ (zu Deutsch ungefähr: Wachposten des Ostens) begonnen, mit dem vor allem zusätzliche Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten mobilisiert werden sollen.
Landungsübung an der Ostseeküste
Mit einem Großmanöver hatte die NATO in dieser Übungswoche gezeigt, wie europäische Verbündete die Ostflanke auch direkt über schon bedrohte Strandabschnitte verstärken. „Das Bündnis ist geschlossen, es ist handlungsfähig und handlungsbereit, es ist einsatzbereit und zugleich zeigt es, was die europäischen Partner innerhalb der NATO leisten“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Putlos. „Wenn an der Ostflanke etwas passiert, dann müssen NATO-Truppen schnell verlegt werden und das natürlich durch Deutschland.“
Steadfast Dart 26 ist die größte NATO-Übung in diesem Jahr und findet turnusgemäß ohne direkte Beteiligung der US-Streitkräfte statt. An der amphibischen Anlandung sind nach NATO-Angaben 15 Schiffe mit mehr als 2.600 Soldaten beteiligt. Insgesamt gehören rund 10.000 Soldaten, mehr als 1.500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen dem Manöver an. Die größten Beiträge kommen aus südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland sowie der Türkei.
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