Die US-Army hat am 3. September mit Lockheed Martin Missiles and Fire Control einen Mehrjahresvertrag zur Unterstützung der Produktion des Patriot Advanced Capability-3 Missile Segment Enhancement-Systems abgeschlossen. Das Unternehmen soll 1.970 PAC-3 MSE-Raketen und zugehörige Hardware für die USA und internationale Partner liefern. Die US-Army gibt den Vertragswert mit 9,8 Milliarden Euro US-Dollar (umgerechnet 8,4 Milliarden Euro) an.

PAC-3 MSE beim Nachweis der 360-Grad-Fähigkeit des Flugabwehrsystems Patriot im August. (Foto: Lockheed Martin)

Größter Auftrag für Lockheed Martin MFC

Dies ist der größte Auftrag in der Geschichte von Lockheed Martin Missiles and Fire Control und zeigt die anhaltende Nachfrage nach und das Vertrauen in diesen fortschrittliche, präzise und bewährte Abfangrakete, schreibt Lockheed Martin in einer Mitteilung.

„Die jüngsten Leistungen der PAC-3 MSE im Feuerkampf hat die Rakete als unverzichtbare Fähigkeit für Amerika und seine Verbündeten auf der ganzen Welt etabliert“, sagte Jason Reynolds, Vizepräsident und General Manager von Integrated Air and Missile Defense bei Lockheed Martin.

Lockheed Martin steigert nach eigener Angabe die Produktion des PAC-3, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Das Unternehmen werde im laufenden Jahr voraussichtlich erstmals mehr als 600 Abfangraketen ausliefern. Proaktiv habe das Unternehmen die Produktion mit erheblichen internen Investitionen fast zwei Jahre vor Vertragsabschluss erhöht, um die Produktionsraten für PAC-3 MSE zu steigern. Eine weitere Steigerung der Produktionsrate auf 750 Stück pro Jahr hatte Reynolds auf der LandEuro in Mainz angekündigt. Der Flugkörper wird in 17 Nationen, einschließlich der USA, verwendet.

„Mit diesem Auftrag werden wir in den kommenden Jahren eine Rekordzahl an PAC-3 MSE ausliefern und so sicherstellen, dass unsere Kunden über die fortschrittlichen Raketenabwehrlösungen verfügen, die sie zur Verteidigung ihrer wichtigsten Interessen benötigen,“ ergänzte Reynolds.

PAC-3 MSE in der Bundeswehr

Die 2016 in die Truppe eingeführte PAC-3 MSE nutzt die hit-to-Kill-Technologie, um Bedrohungen mit größerer kinetischer Energie als herkömmliche Spreng-Splitter-Methoden abzufangen. Sie wurde entwickelt, um taktische ballistische Raketen, Marschflugkörper, Hyperschallbedrohungen und Flugzeuge zu bekämpfen. Zu den Nutzern gehört auch die Bundeswehr, die 2024 und 2025 insgesamt 720 PAC-3 MSE für zusammen 5,3 Milliarden Euro via Foreign Military Sales (FMS) bestellt hat. Die Flugkörper sollen im Zeitraum 2025 bis 2029 geliefert werden. Auch die Ukraine gehört zu den Nutzern.

Gerhard Heiming