Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 5. Juni für vier Beschaffungsvorhaben insgesamt 2 Milliarden Euro bereitgestellt. Damit wird Ausrüstung für das Heer und die Marine beschafft.

155mm-Artilleriemunition

Über die Beschaffung von Artilleriemunition im Wert von 880 Millionen Euro für die Auffüllung der Vorräte der Bundeswehr und für den Einsatz in der Ukraine hat ESuT gestern berichtet.

Wechselladersysteme und Zubehör

Aus einem Rahmenvertrag mit Rheinmetall, in dem die Beschaffung von bis zu 4.000 geschützten und ungeschützten Lkw vereinbart ist, sollen jetzt 1.250 ungeschützte sowie 265 geschützte Lkw der Zuladungsklasse 15 Tonnen (ZLK15t) bestellt werden. Ergänzt werden soll die Bestellung durch 500 Wechselladepritschen und 500 Planen- oder Spriegelaufbauten. Die Vierachser verfügen dem BMVg zufolge über einen Allradantrieb und sind für alle militärischen Transportaufgaben auch in schwierigem Gelände optimiert. Sie können unterschiedliche Ladungsträger wie zum Beispiel die gängigen Containerformate oder Pritschen und andere Aufbauten aufnehmen.

Die Beschaffung von Lkw ist der größte Einzelposten, der am 5. Juni vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gebilligt wurde. (Foto: Bundeswehr Sebastian Klatt)

Dafür werden aus dem Sondervermögen 920 Millionen Euro bereitgestellt. Da die Lkw bis Jahresende geliefert werden sollen, kann der Mittelabfluss im laufenden Haushaltsjahr erfolgen.

Nach Angaben des BMVg sind aus dem Rahmenvertrag bereits 1.008 Lastwagen sowie 2.921 Wechselladepritschen und 2.320 Planen- und Spriegelaufbauten geliefert worden.

Insgesamt 1.515 geschützte und ungeschützte Lkw soll die Bundeswehr noch in diesem Jahr erhalten. (Foto Rheinmetall)

Leichtgewichtstorpedos Mk 54 mod0 für P-8A Poseidon

Die Bundeswehr kann die Beschaffung von Leichtgewichtstorpedos Mk 54 mod0 für Ausstattung der Seefernaufklärer P-8A Poseidon einleiten. (Foto: Raytheon)

Die Bundeswehr kann nach der Genehmigung durch den Haushaltsausschuss die Beschaffung von 48 Leichtgewichtstorpedos Mk 54 mod0 (36 Gefechts- und 12 Übungstorpedos) über das Foreign Military Sales Verfahren in den USA einleiten. Wie das BMVg schreibt, handelt es sich um Gefechts- und wiederverwendbare Übungstorpedos. In dem Paket seien die Ausbildung und Dokumentation sowie weiteres Equipment für Wartungen und Umrüstungen enthalten. Die Finanzierung der rund 122 Millionen Euro erfolge zunächst über das Sondervermögen Bundeswehr und ab 2028 über den Verteidigungshaushalt.

Die Torpedos werden die Bewaffnung zur U-Boot-Jagd für das Marineflugzeug P-8A Poseidon sein. Deutschland kauft von den Vereinigten Staaten acht Exemplare dieses Flugzeugtyps (ESuT berichtete hier und hier), der als Zwischenlösung die U-Boot-Jagd und Seefernaufklärung von der P-3C Orion übernehmen wird, bis das deutsch-französische Kooperationsprojekt Maritime Airborne Warfare System (MAWS) diese Aufgaben übernehmen kann.

Bereits 2020 hat die Bundeswehr 64 Leichtgewichtstorpedos Mk 54 im Wert 115 Millionen Euro für die Ausstattung der P-3C Orion beschafft (ESuT berichtete).

Infrastruktur für neues Maritime Operations Centre

Das vierte Projekt ist der Neuaufbau eines Maritime Operations Center, das die „Betriebszentrale“ für die Flotte weltweit werden soll, wie das BMVg schreibt. Die erforderlichen knapp 100 Millionen Euro für die Infrastrukturinvestition werden aus dem Sondervermögen finanziert. Bei dem Projekt werden in der Hanse-Kaserne in Rostock die operativen Fähigkeiten des Marinekommandos zusammengeführt, die sich derzeit noch in Glücksburg befinden.

Es geht dabei dem BMVg zufolge um die Einrichtung des Maritime Operations Centre (MOC), des Fleet Entry Points (FEP) und des Maritime Component Commands (MCC) vor allem mit IT-Ausstattung. Bis Ende 2025 sollen die bisherigen Standards der Führungsfähigkeit im Neubau des Marinekommandos in Rostock erreicht sein. Ein Jahr später werden diese Standards sogar erweitert zur Verfügung stehen.

Redaktion / gwh