Die Flugabwehrpanzer Skyranger 30 für Deutschland und Österreich erhalten als Hauptsensor das Radar Spexer 2000M 3D MkIII von Hensoldt. Das teilte der Sensorspezialist Hensoldt am 30. Juli mit.
Der Mitteilung zufolge hat Rheinmetall, der Hauptauftragnehmer für die Skyranger 30-Systeme in den beiden Ländern, Hensoldt mit der Lieferung der Spexer-Radare beauftragt. Der Auftrag habe einen Wert von rund 100 Millionen Euro.
Im Februar war Rheinmetall vom BAAINBw mit der Lieferung von 19 mobilen Flugabwehrsystemen Boxer mit Skyranger 30-Turm für die neu aufzustellende Flugabwehrtruppe des Deutschen Heeres beauftragt worden (ESuT berichtete). Das Skyranger 30-System gehört zu den Vorabbeschaffungen für das Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz (NNbS), das im letzten Monat in Auftrag gegeben worden ist und an dem Rheinmetall im Rahmen der ARGE NNbS beteiligt ist. Der Prototyp soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Die Serienmodelle sollen ab 2026 folgen.
Quasi zeitgleich hat Österreich das Skyranger 30-System für die Ausrüstung von 36 Radpanzern Pandur Evo bestellt (ESuT berichtete). Österreich erhält eine besonders leichte Variante des Skyranger-Turms, die sich besonders für die Integration in das 6×6-Radfahrzeug eignet. Die Auslieferungen sollen ebenfalls 2026 beginnen.
Auch die dänischen Streitkräfte wollen Hensoldt zufolge Skyranger 30 beschaffen. Nach vorliegenden Informationen soll der GDLES-Piranha V 8×8, der in Dänemark bereits eingeführt ist, als Trägerfahrzeug genutzt werden (ESuT berichtete).
Wie Hensoldt schreibt, ist das Radargerät SPEXER 2000M 3D MkIII Teil des Rheinmetall-Angebots für verschiedene Endnutzer auf der Basis eines Rahmenvertrags mit Rheinmetall Air Defence aus dem Jahr 2023. Dessen hohe Detektionsleistung ermögliche es den Effektoren der neuen FlakPz, ihr volles Potenzial zu entfalten. Entscheidend sei dabei die außerordentlich hohe Qualität der Zielklassifizierung und die Fähigkeit, Ziele auch in der Bewegung oder im Flug präzise zu verfolgen.
Die SPEXER-Radarfamilie bietet Hensoldt zufolge Hochleistungsüberwachungsradare für verschiedene Reichweiten zur automatischen Erfassung und Klassifizierung von Boden-, See- und tieffliegenden Luftzielen. Der Spexer 2000 werde u.a. im deutschen Abwehrsystem unbemannte Luftfahrzeuge (ASUL), in der qualifizierten Luftverteidigung, im HoWiSM (Hochenergielaser zur Drohnenabwehr) und zukünftig im NNbS-Programm eingesetzt.
Spexer gehört nach Hensoldt-Angaben zum dem großen Spektrum an Radarsystemen, welche das Unternehmen seit Jahrzehnten als Schlüsseltechnologie weiterentwickelt. Dazu gehören u.a. das in der Ukraine bewährte Hochleistungsradar TRML-4D, das Passivradar Twinvis sowie Radare zur Sicherung des Schiffs- und Luftverkehrs. Auch das TRML-4D ist Teil des im Januar in Auftrag gegebenen Luftverteidigungssystems NNbS.
Editorial staff / gwh
















