Während der deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen hat Deutschland der ukrainischen Regierung Finanzierungszusagen gegeben, die zum Abschluss zahlreicher Lieferverträge geführt haben, wie die ukrainische Regierung mitgeteilt hat.

Patriot-Raketen von Raytheon

Am bedeutendsten ist der Vertrag mit Raytheon über die Lieferung von mehreren hundert Raketen für die Luftverteidigungssysteme Patriot im Wert von 3,2 Milliarden Euro. Einer Mitteilung von Raytheon zufolge sollen Patriot Advanced Capability-2 (PAC-2) Guidance Enhanced Missile-Tactical (GEM-T) geliefert werden. Die GEM-T seien zur Abwehr aller Arten von Luftbedrohungen, einschließlich taktischer ballistischer Raketen entwickelt wurden und seien eine Hauptkomponente des kampferprobten Patriot-Luft- und Raketenabwehrsystems. Bei einem geschätzten Stückpreis in der Größenordnung von fünf Millionen Euro könnte die Ukraine für den genannten Betrag rund 600 GEM-T erhalten.

Für die Produktionskapazitäten weist Raytheon auf die neue GEM-T-Produktionsstätte in Schrobenhausen hin, die eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung dieses Direktverkaufs und anderer Aufträge spielen soll. Die Anlage werde von COMLOG betrieben, einem Joint Venture zwischen Raytheon und MBDA Deutschland, und soll unter anderem die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette gewährleisten und dazu beitragen, die Bestände an Abfangraketen der Ukraine wieder aufzufüllen.

Für 3,2 Milliarden Euro erhält die Ukraine GEM-T-Raketen für das Luftverteidigungssystem Patriot bestellt. (Foto: RTX)

IRIS-T-Werfer

Mit Diehl Defence wurde die Lieferung von zusätzlichen Werfern für das Luftverteidigungssystem IRIS-T vereinbart. Die ukrainische Regierung hat die Beschaffungssumme mit 182 Millionen Euro angegeben. Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov hat auf dem Informationskanal X die Anzahl mit 36 beziffert.

Die Ukraine hat nach neuesten Erkenntnissen neun Feuereinheiten IRIS-T SLM/SLS im Einsatz. Weitere neun Feuereinheit sind bestellt. Eine IRIS-T SLM Feuereinheit besteht aus den Komponenten Startgeräten/Werfern (Diehl), Radar (Hensoldt) und Gefechtsstand (Software von Airbus Defence and Space) sowie Trägerfahrzeugen (Rheinmetall RMMV). Sie wird durch Unterstützungselemente wie Werkstatt-, Ersatzteil- und Nachladefahrzeuge ergänzt. Die Anzahl der Werfer in einer Feuereinheit ist variabel und hängt von den taktischen Erfordernissen ab. Üblich sind drei bis vier Werfer. Bis zu acht sind in einer Feuereinheit möglich. Offensichtlich will die Ukraine die Zahl der Werfer in den Feuereinheiten erhöhen.

Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betrachten eine Langstreckrakete von Auterion. (Foto: Auterion)

Deep Strike Fähigkeit

Die Auterion Airlogix Joint Venture GmbH hat einen Produktionsauftrags über Tausende von mittelschweren, KI-gesteuerten autonomen Angriffssystemen erhalten. Der Auftrag umfasst nach Angabe des Unternehmens in Deutschland hergestellte unbemannte Flugsysteme mit X- und Deltaflügeln für die Streitkräfte der Ukraine.

Die serienreifen Raketen seien für umkämpfte Umgebungen ohne GPS-Empfang konzipiert ist und basieren auf kampferprobten ukrainischen Flugkörpern und werde durch Auterions kampferprobte Software für KI-Lenkung, autonome Navigation und Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Kriegsführung gesteuert.

Der Vertrag sei mit 300 Millionen Euro dotiert, schreibt das ukrainische Verteidigungsministerium. Dies ist nach Auterion-Angaben der bislang größte deutsche Produktionsauftrag für mittelschwere autonome Angriffsdrohnen.

Gerhard Heiming