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In einem Unterstützungspaket im Wert von 1,3 Milliarden Euro spendet Schweden neben anderem ein Überwachungs- und Kontrollflugzeug ASC 890 und gepanzerte Mannschaftstransportwagen PBV 302. Hinzu kommen Tankfahrzeuge für Betriebsstoff, die finanzielle Unterstützung von Fähigkeitskoalitionen, Fonds und zeitlich befristeten Initiativen zur raschen und umfangreichen Beschaffung von Material für die Ukraine sowie die Instandhaltung von bereits geliefertem Material.

Nach Angabe des schwedischen Verteidigungsministers Pål Jonson summiert sich mit dem jetzt bekanntgegebenen 16. Unterstützungspaket die schwedische Ukrainehilfe auf insgesamt 3,8 Milliarden Euro.

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Schweden spendet der Ukraine ein Überwachungs- und Kontrollflugzeug ASC 890. (Foto SWE Armed Forces)

Die ASC 890 ist ein multifunktionales Aufklärungsflugzeug auf der Basis des Regionalverkehrsflugzeugs Saab 340 mit einer Reichweite von rund 1.700 km. Der Hauptsensor ist ein Erieye Active Phased Array (AESA)-Radar, mit dem vor allem Luft- und Seeziele mit hoher Genauigkeit erfasst werden können. Aus der ASC 890 als luftgestützter Kommandozentrale können Kampfeinheiten effektiv koordiniert werden. Damit werde die Fähigkeit der Ukraine zur Identifizierung und Bekämpfung von Zielen auf große Entfernung gestärkt, schreibt das schwedische Verteidigungsministerium.

Um den Verlust an eigener Luftaufklärung zu kompensieren will Schweden die laufende Beschaffung von zwei S 106 GlobalEye beschleunigen und weitere Flugzeuge dieses Typs beschaffen.

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Eine niedrige dreistellige Anzahl von gepanzerten Transportfahrzeugen PBV 302 gehört ebenfalls zum schwedischen Unterstützungspaket. (Foto SWE Armed Forces)

Die gepanzerten Transportfahrzeuge PBV 302 stammen aus den 1960er Jahren, wurden mehrfach nachgerüstet und sind seit 2014 von den schwedischen Streitkräften ausgesondert. Das Fahrzeug in der 12 Tonnen-Klasse wird von einem 200 kW Dieselmotor angetrieben und bietet neben Kommandant, Fahrer und Richtschützen acht Infanteristen Platz. Es ist mit einer 20-mm-Kanone bewaffnet. Es wird vermutet, dass die schwedischen Streitkräften noch eine niedrige dreistellige Anzahl von PBV 302 im Bestand hat, der jetzt vollständig abgegeben werden soll.

Einen Zeitplan hat das schwedische Verteidigungsministerium nicht bekannt gegeben. Das Aufklärungsflugzeug könnte kurzfristig abgegeben werden, während die PBV 302 erst noch einer Aufbereitung für den Einsatz bedürfen.

Gerhard Heiming