Frankreich hat die Realisierungsphase seines Flugzeugträgers der nächsten Generation gestartet und dem Projekt im März 2026 den Namen „France Libre“ gegeben. Der atomgetriebene Träger soll 2038 die „Charles de Gaulle“ ablösen und die französische Machtprojektion auf Jahrzehnte sichern.

Am 21. Dezember 2025 gab Präsident Emmanuel Macron grünes Licht für die Realisierungsphase des atomgetriebenen Flugzeugträgers der nächsten Generation der französischen Marine, des „Porte-Avions de Nouvelle Génération“ (PA-NG). Das Programm wird von einem Joint Venture aus Naval Group mit 65 Prozent und Chantiers de l’Atlantique mit 35 Prozent getragen. Wichtige weitere Auftragnehmer sind Dassault für die Bordflugzeuge, Thales für wesentliche Elektronik, MBDA sowie das US-Unternehmen General Atomics für Start- und Fangsysteme. Aktuelle Schätzungen beziffern die Kosten auf rund elf Milliarden Euro.

Mit einer Gesamtlänge von 310 Metern, einer Flugdeckbreite von 85 Metern, einem Tiefgang von 10,8 Metern und einer Verdrängung von rund 80.000 Tonnen wird der französische Träger der neuen Generation, PA-NG, das größte Kriegsschiff sein, das jemals in Europa gebaut wurde.
Foto: Naval Group

Technische und betriebliche Studien sowie die Konzeptplanung begannen 2018 und wurden im Dezember 2019 abgeschlossen. Es folgten die Vorentwurfsphase von März 2021 bis April 2023 und die Detailplanung bis Juli 2025. Im Dezember 2025 wurde die Definitionsphase abgeschlossen. Damit beginnt nun eine rund zehnjährige Entwicklungs- und Produktionsphase bis 2036.

Am 18. März 2026 gab Macron auch den Namen des Trägers bekannt. Mit „France Libre“ verweist er auf die gaullistische Exil- und Widerstandsbewegung der Jahre 1940 bis 1942. Der PA-NG soll für Frankreich zudem einen Technologiesprung markieren. Vorgesehen sind eine weitgehend digitalisierte Bordarchitektur, KI-gestützte Systeme zur Steuerung von Schiffsbewegungen, eine vernetzte Energieverteilung sowie widerstandsfähige Datenverbindungen mit hoher Cyber-Resilienz.