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Das britische Verteidigungsministerium hat über seine Internetseite angekündigt, dass die beiden Flugzeugträger der Royal Navy im Jahr 2022 gemeinsam in internationale Missionen gehen werden. Whitehall twitterte, dass die britische Carrier Strike Group auch 2022 wieder im Einsatz sein wird, „wobei die HMS Prince of Wales und die HMS Queen Elizabeth mit unseren NATO- und internationalen Partnern eingesetzt werden“.

Die Carrier Strike Group rund um den Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth war kürzlich nach sechs Monaten von ihrem ersten Einsatz nach Portsmouth zurückgekehrt. Insgesamt wurden rund 500.000 Seemeilen zurückgelegt. Die Gruppe hat Partnerschaften mit Verbündeten wie Australien, Frankreich, Griechenland, Indien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, Oman und Südkorea belebt und wurde genutzt, um Kontakte mit insgesamt 44 Ländern zu knüpfen. Nach Angaben der Regierung in London war die Reise der britisch-alliierten  Einsatzgruppe in den Mittelmeerraum, den Nahen Osten und in den Indopazifik der ambitionierteste weltweite Einsatz Großbritanniens seit zwei Jahrzehnten.

Unter dem Leitmotiv ‚Global Britain‘ will sich London als eigenständige Führungsmacht mit globalem Anspruch positionieren. Zuletzt formulierte Außenministerin Liz Truss die Prioritäten der britischen Außenpolitik und die britische Führungsrolle in einer Veranstaltung des Chatham House am 8. Dezember, ihr erster programmatischer Auftritt. Ihr zufolge wird sich London im Wettbewerb der Systeme mit wirtschaftlicher Einflussnahme, mit Handel und Sicherheits-/Verteidigungspartnerschaften und internationalen Investments engagieren. Darüber hinaus „werden wir als wissenschaftliche und technologische Supermacht dafür sorgen, dass die freie Welt bei den Technologien der Zukunft führend ist“, so Truss.

Sie kündigte bereits früher an, dass das Vereinigte Königreich bis 2025 jährlich 8 Milliarden Pfund (rund 9,4 Milliarden Euro) zur Unterstützung von Projekten in Südostasien, der Karibik sowie in Afrika bereitstellen will. Bisher waren es 1,5 Milliarden Pfund. Truss: „Zum ersten Mal werden wir Projekte in Südostasien und der Karibik sowie in Afrika unterstützen und sie damit näher an große marktwirtschaftliche Demokratien wie das Vereinigte Königreich heranführen.“

Dies könnte bereits auf die Reiseziele der beiden Flugzeugträger, HMS Queen Elizabeth, und ihres Schwesterschiffes, HMS Prince of Wales, deren volle Einsatzfähigkeit bis dahin hergestellt sein soll, hinweisen. Zuletzt war es im Falklandkrieg, der sich im nächsten Jahr zum 40. Mal jährt, dass das Vereinigte Königreich eine derartige Armada aufstellte.

Da die Royal Navy und die Royal Air Force derzeit nur über eine geringe Anzahl von F-35B-Kampfflugzeugen verfügen, werden die beiden Schiffe wahrscheinlich mit einer gemischten Luftwaffengruppe eingesetzt, die auch amerikanische Flugzeuge umfasst. Dies war in diesem Jahr auch bei der c der Fall, die mit 18 F-35B auslief: 8 von der 617 Squadron der Royal Air Force und 10 von der VMFA-211 des US Marine Corps. Eventuell wird auch einer der Flugzeugträger als solcher eingesetzt und der zweite als Hubschrauberträger. Die HMS Queen Elizabeth und die HMS Prince of Wales, die 2017 und 2019 an die Royal Navy ausgeliefert wurden, sind 284 Meter lang und haben eine Verdrängung von 65.000 Tonnen. Sie wurden für jeweils 40 Flugzeuge, darunter 36 F-35B, konzipiert. Diese Zahl wird wohl nur im Konfliktfall erreicht werden. Denn die Royal Navy sieht für eine Standard-Flugzeuggruppe maximal 24 F-35B vor.

Redaktion / hum