Wie vereinbart, hat Patria Vorserienfahrzeuge Patria 6×6 im CAVS-Programm (Common Armoured Vehicle System) an die Bundeswehr übergeben. Wie das BAAINBw auf WhatsApp mitgeteilt hat, erfolgte die Übergabe durch den Geschäftsführer der Patria Deutschland, Antti Huuskonen, Geschäftsführer der Patria Deutschland im Materiallager in Zeithain/Sachsen, dem Zentrum für die Bewertung und Instandsetzung von Radfahrzeugen der Bundeswehr. Die Fahrzeuge dienen der integrierten Nachweisführung, bei der die Erfüllung der technischen Forderungen überprüft wird, gefolgt von der Einsatzprüfung durch die Nutzer mit dem Ziel, die „Genehmigung zur Nutzung“ (GeNu) zu erteilen.
Nach Angabe des BAAINBw beschafft Deutschland den Patria 6×6 multinational zusammen mit sieben Nationen: Finnland, Lettland, Schweden, Dänemark, Großbritannien und Norwegen. Diese Kooperation erhöhe die Interoperabilität erheblich und schaffe Synergieeffekte bei der Ersatzteilbeschaffung sowie der gemeinsamen Weiterentwicklung.

Patria 6×6 aus finnischer Produktion
Zunächst produzieren Finnland und Lettland das neue Fahrzeug. Mit der Beauftragung der Serienfahrzeuge baut Patria auch in Deutschland eine Fertigung auf. Zukünftig plant Patria die Instandsetzung und Wartung der Fahrzeuge in deutschen Produktionsstätten.
Die Bundeswehr beschreibt das 6×6-Fahrzeug als hochgeländegängigen Radpanzer mit drei Achsen und einem Gesamtgewicht von 24 Tonnen. Durch seinen flexibel nutzbaren Innenraum können mit unterschiedlichen Rüstsätze missionsgerechte Ausrüstungen aufgenommen werden. Der robuste Patria 6×6 ist schwimmfähig.
Rahmenverträge über 876 Transportpanzer
Nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 17. Dezember die Finanzmittel freigegeben hat, konnte das BAAINBw am Tag darauf zwei Rahmenverträge zur Beschaffung von geschützten 6×6 Radfahrzeugen aus dem Sieben-Nationen-Programm abschließen.
Die Verträge haben Patria zufolge zusammen einen Auftragswert über zwei Milliarden Euro, wovon etwa die Hälfte auf Festbestellungen entfällt. Insgesamt sind 876 Transportpanzer (TPz) in vier Varianten bestellt worden. Darunter sind TPz mit dem Patria NEMO-Turmmörsersystem und der fernbedienbaren Waffenanlage RS4 von Kongsberg.
Ab Ende 2026 bis Ende 2027 ist die Lieferung von PiGrp-Fahrzeugen aus finnischer Produktion geplant. Danach folgen Fahrzeuge aus der Produktion in Deutschland.
Bundeswehr-Bedarf 4.000 Transportpanzer
Die beiden Rahmenverträge decken nur einen Teil des Bedarfs der Bundeswehr ab. Allein über 1.000 TPz 1 sollen abgelöst werden. Neben dem Ersatzbedarf hat sich durch die Bedrohung aus Russland und die dadurch erhöhten NATO-Forderungen sowie durch die Einführung der Mittleren Kräfte ein weiterer Bedarf herauskristallisiert. Im Juli 2025 hat der Generalinspekteur einen Bedarf von insgesamt 4.000 TPZ NG im Zeitraum bis nach 2035 gebilligt. Um den Bedarf zu decken ist noch eine Reihe von Varianten zu entwickeln. Wegen der Modularität des Patria 6×6 wird es manchen Fällen ausreichen, den Rüstsatz zu entwickeln oder anzupassen.
Gerhard Heiming















