Die Transportpanzer für Deutschland und Schweden aus dem CAVS-Programm (Common Armoured Vehicle System) werden mit fernbedienbaren Waffenstationen Protector RS4 von Kongsberg ausgestattet. Der Hersteller der Fahrzeuge und Hauptauftragnehmer im CAVS-Programm, Patria, hat Kongsberg mit der Lieferung mehrerer hundert Waffenstation beauftragt. Kongsberg gibt den Auftragswert mit 140 Millionen Euro an. Der Vertrag beinhalte das Potenzial für umfangreiche Folgeaufträge im Laufe des Jahres 2026 und in den kommenden Jahren.

 1.291 Festbestellungen aus Deutschland und Schweden

Deutschland hat am 18. Dezember 2025 in zwei Rahmenverträgen 876 Transportpanzer Patria 6×6 fest bestellt. Der Bedarf ist weit höher. Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat im Juli 2025 einen Bedarf von insgesamt 4.000 TPZ NG im Zeitraum bis nach 2035 gebilligt.

Schweden hat bis jetzt 415 Fahrzeuge bestellt.

Die Transportpanzer aus dem CAVS-Programm für Deutschland und Schweden werden mit Protector RS4 ausgerüstet. (Foto: Kongsberg)

Modernisierte Version Protector RS4

Die im Rahmen dieses Vertrags gelieferte Protector RS4 ist eine modernisierte Version der nordischen Konfiguration, für die sich bereits mehrere europäische Streitkräfte entschieden haben, schreibt Kongsberg. Er verfügt über fortschrittliche integrierte Sensoren, Multi-Waffen-Fähigkeit und die Möglichkeit, mit Counter-UAS-Funktionen zur Bekämpfung von Drohnen aufgerüstet zu werden.

„Dieser Vertrag positioniert die RS4 als Standardkonfiguration für Waffenstationen in der multinationalen CAVS-Flotte. Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit den schwedischen und deutschen Streitkräften auszuweiten. In Verbindung mit dem wachsenden Interesse der teilnehmenden und potenziellen CAVS-Nationen bestätigt diese Vereinbarung die Position von Kongsberg als führender Anbieter von ferngesteuerten Waffenstationen“, sagte Kjetil Reiten Myhra, Executive Vice President bei Kongsberg Defence & Aerospace.

Kongsberg liefert Waffenstationen Protector RS4 in modernisierter Version. (Foto: Kongsberg)

Internationales CAVS-Programm

Das von Finnland geleitete CAVS-Programm umfasst derzeit sieben Mitgliedsländer: Finnland, Lettland, Schweden, Deutschland, Dänemark, das Vereinigte Königreich und Norwegen, wobei die Fahrzeuge auch in der Ukraine im Einsatz sind. Im Rahmen des CAVS-Programms wird die Entwicklung des 6×6-Panzerfahrzeugsystems von Patria geleitet, einem Unternehmen, das über mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung und Lieferung modernster geschützter Truppentransportfahrzeuge und Systemintegration verfügt. Der Großteil der Fahrzeuglieferungen erfolgt unter Nutzung der lokalen Industriekapazitäten der Mitgliedsländer, wobei jedes neue Land die Versorgungssicherheit für das gesamte Kooperationssystem von Natur aus stärkt.

Patria hat bereits fast 2000 Patria 6×6-Fahrzeuge einschließlich Optionen unter Vertrag genommen und mehr als 300 Fahrzeuge ausgeliefert. Das Programm steht anderen Ländern mit ähnlichen Ausrüstungsanforderungen nach gegenseitiger Zustimmung der teilnehmenden Länder offen.

Gerhard Heiming