„Kaufen, kaufen, kaufen“ – die Rüstungsindustrie wirbt für das dänische Modell und setzt auf eine Plattform, die Ziviles und Militärisches vereint.
Einige sehen in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA ein Scheidungspapier für die transatlantischen Beziehungen – noch eine historische „Zeitenwende“, noch einen „Epochenbruch“. Dabei hätte man bereits zu Beginn des Jahres 2025 gewarnt sein können. Er persönlich habe die neue US-Regierung sofort ernst genommen, sagt Hans Christoph Atzpodien auf der Sicherheitspolitischen und Wehrtechnischen Tagung (SIPO) in Königswinter. Mit der ersten Rede des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth vor NATO-Mitgliedern habe jeder sehen können, „dass wir als Europäer von jetzt an für unsere konventionelle Rüstung selbst zu sorgen haben“.
Aus Sicht des Hauptgeschäftsführers des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) geraten die Europäer immer mehr in die Verlegenheit, sich „irgendwo zwischen den USA und China entscheiden zu müssen“. Genau dies galt es eigentlich zu vermeiden. Xi Jinping ermöglicht Wladimir Putin die Fortführung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Insofern steht Europa in einem äußerst kritischen Konflikt mit der Volksrepublik.

Atzpodien präsentiert seine gesammelten Gedanken zur „Zeitenwende 2.0“ vor 150 Fachgästen im Maritim-Hotel in Königswinter. Er zeichnet zwei Handlungsstränge: die Geschwindigkeit der kurzfristigen konventionellen Rüstung und jene der nachhaltig angelegten gemeinsamen Rüstungsproduktion in Europa. „Wir müssen die europäischen Streitkräfte – als deutsche Industrie geht es nicht nur um die Bundeswehr – so ausstatten, dass sie ihre Zusagen gegenüber der NATO bis 2029 schaffen“, mahnt Atzpodien. Zugleich gehe es um die langen Linien, um Innovationen und Kooperationen.
Dänemark hat es in Europa vorgemacht
Wenige Tage nach Hegseths Vorstellung in Europa hat Dänemark erste Konsequenzen gezogen und den Verteidigungshaushalt aufgestockt. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte vor dem Hintergrund der gewachsenen Bedrohung durch ein „aggressives Russland“ ihr Gebot der Stunde: „kaufen, kaufen, kaufen“. Es gebe nur eines, was jetzt zählt, und das sei Geschwindigkeit. So stellt sich Deutschlands oberster Rüstungslobbyist Atzpodien das in den Staaten Europas vor: eine Aufrüstungsoffensive für glaubhafte Abschreckung.
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