Die Wehrtechnik-Unternehmen in Schleswig-Holstein stehen wirtschaftlich so gut da wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigt eine Umfrage des Arbeitskreises Wehrtechnik Schleswig-Holstein, an der 23 Firmen mit fast 7.000 Beschäftigten teilgenommen haben.

Viele Firmen wollen in den kommenden Monaten investieren und neue Mitarbeiter einstellen. Schwieriger bleibt die Suche nach Fachkräften.

Ein Teil der Unternehmen liefert weiterhin Produkte für die Ukraine, vor allem die großen Systemanbieter. Für viele kleinere Firmen spielt das dagegen kaum eine Rolle. Wichtig bleiben auch die Auslandsmärkte: Der Export ist für fast alle Firmen ein zentraler Wachstumstreiber. Für das laufende Jahr rechnen die meisten Unternehmen mit steigenden Umsätzen.

Neue Investitionen durch Sondervermögen

Ein entscheidender Schub kommt vom 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr und den steigenden Verteidigungsausgaben. Rund 90 Prozent der Beschäftigten in den befragten Firmen erwarten davon Vorteile. Das Geld fließt vor allem in neue Werke, moderne Produktionsanlagen und den Ausbau der Infrastruktur. Auch ausländische Unternehmen investieren verstärkt im Land.

Entlassungen sind nicht geplant. Stattdessen kündigen vor allem größere Firmen Neueinstellungen an. Viele Unternehmen wollen ihre internationalen Geschäfte ausbauen oder zumindest auf dem hohen Niveau halten.

Schleswig-Holstein als wichtiger Standort

Dieter Hanel (Foto: Arbeitskreis Wehrtechnik)

In Schleswig-Holstein gibt es aktuell 38 Firmen in der Wehrtechnik mit fast 9.000 Beschäftigten – so viele wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die Schwerpunkte liegen im Marineschiffbau, bei Landsystemen, in der Luftfahrt sowie in Kommunikation, Sensorik und Optik. Besonders in der U-Boot-Technik, bei Sensoren und bei unbemannten Systemen ist die Region international führend.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung ist eng verknüpft mit den höheren Verteidigungsausgaben, den Unterstützungsleistungen für die Ukraine und den Exporten. „Die Wehrtechnik-Unternehmen des Landes befinden sich weiter im Aufwärtstrend und setzen auf den Industriestandort Schleswig-Holstein“, fasst Vorstandssprecher Dieter Hanel zusammen.

ck