Die Swedish Defence Materiel Administration (FMV) hat Patria mit der Lieferung weitere 94 Fahrzeuge aus dem CAVS-Programm (Common Armoured Vehicle System) in den Varianten Truppentransport, Führungsunterstützung (C2) und Medevac bestellt. Das haben die FMV und Patria am 1. Dezember mitgeteilt. FMV hat das Beschaffungsvolumen mit 1,5 Milliarden Schwedischen Kronen (umgerechnet 140 Millionen Euro) angegeben.
„Die Entscheidung Schwedens, ein weiteres Los von Patria 6×6-Fahrzeugen zu beschaffen, ist ein solides Zeichen des Vertrauens und der gemeinsamen Stärke des Common Armoured Vehicle System (CAVS)-Programms, das die Interoperabilität und Versorgungssicherheit zwischen den verbündeten Nationen weiter festigt“, sagt Mats Warstedt, Vice President des Marktgebiets Nordics bei Patria.

Schweden hat mit der Nutzung begonnen
Die FMV hat 2024 321 CAVS-Fahrzeuge bestellt, die als Pansarterrängbil 300 in die Truppe eingeführt werden. Zusammen mit den 20 Vorserienmodellen wächst mit der neuen Bestellung der Bestand an CAVS-Fahrzeugen bei den schwedischen Streitkräften bis 2030 auf 415 Fahrzeuge an. Die Fahrzeuge werden von Patria geliefert, wobei die schwedische Industrie einen wesentlichen Beitrag leistet.
Bisher wurde die Vorserie und weitere 14 Fahrzeuge ausgeliefert, schreibt die FMV. „Die schwedischen Streitkräfte haben das System anderthalb Jahre lang trainiert und evaluiert und sind sehr zufrieden. Mit der Waffenstation und dem Nebelwerfer, die wir bereits geliefert haben, verfügen wir nun über die volle Leistungsfähigkeit“, sagt Håkan Larsson, Projektleiter bei FMV.
Internationale CAVS-Kooperation mit sieben Ländern
Die Bestellung erfolgt im Rahmen der multinationalen CAVS-Kooperation unter finnischer Führung, der Schweden zusammen mit Lettland, Dänemark, Deutschland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich angehört. Bisher hat Patria nach eigener Angabe über 1.000 Bestellungen vorliegen und mehr als 250 Fahrzeuge im Rahmen des Programms ausgeliefert. Der überwiegende Teil der Fahrzeugbeschaffung erfolgt durch die Nutzung der lokalen Industriekapazitäten der Mitgliedsländer, und jedes Land trägt zur Versorgungssicherheit des gesamten Kooperationssystems bei.
Deutschland hat einen Bedarf von über 1.000 Fahrzeugen
Deutschland hat im CAVS-Programm bisher lediglich die Entwicklung eines Mörserträgers für den 120-mm-Nemo-Mörser und eines Pioniergruppenfahrzeugs in Auftrag gegeben. Noch in diesem Jahr soll ein Rahmenvertrag für die Beschaffung von CAVS-Fahrzeugen mit einer 25-Mio.-Euro-Vorlage dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages vorgelegt werden. Für einen ersten Abruf sind 700 Millionen Euro veranschlagt. Der Bedarf für die Bundeswehr liegt bei über 1.000 Fahrzeugen.
Die Produktion soll zum großen Teil in Deutschland erfolgen. Dazu hat Patria 2024 ein Industrieteam gebildet, zu der die FFG Flensburger Fahrzeugbaugesellschaft und die DSL Defence Service Logistics, ein Unternehmen von KNDS Deutschland, gehören. Das Industrieteam soll Teile der Entwicklung, Produktion und Wartung von Varianten des gepanzerten Mannschaftstransportwagens 6×6 von Patria übernehmen.
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