Die Bundeswehr erweitert den Rahmenvertrag mit RTX (Raytheon) aus dem März 2024 (ESuT berichtete) um vier Feuereinheiten auf insgesamt acht Feuereinheiten. Damit verdoppelt sich der Vertragswert auf 2,8 Milliarden Euro. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat der Vertragsänderung am 3. Juli zugestimmt. Alle acht Systeme sollen im Zeitraum 2025 bis 2029 zulaufen.

Die Finanzierung von drei Feuereinheiten soll aus dem Einzelplan 14 erfolgen. Ein System wird als Ersatz für die im April an die Ukraine abgegebenen Geräte beschafft und soll daher aus dem Einzelplan 60 bezahlt werden. Letzteres soll bereits in diesem Jahr erfolgen, obwohl die Lieferungen erst später erfolgen soll. Das ist zumindest ungewöhnlich. Für die übrigen drei Systeme ist eine Bezahlung erst ab 2028 vorgesehen, außerhalb des Zeitraums für die Finanzplanung.

Mit weiteren vier Waffensystemen Patriot baut die Bundeswehr ihre Luftverteidigungskapazitäten aus. (Foto: Bundeswehr Lars Koch)

Der Beschaffungsumfang enthält vier Radargeräte, fünf Feuerleitstände, 30 Startgeräte und vier abgesetzte Kampfführungsanlagen, die von RTX geliefert werden sowie vier Stromversorgungsanlagen von Vincorion (für knapp 20 Millionen Euro) und 39 Sattelzugmaschinen von Rheinmetall (für knapp 30 Millionen Euro).

Nach Angaben des BAAINBw zählt Patriot zu den modernsten Flugabwehrsystemen der Welt. Das Waffensystem werde derzeit von acht europäischen Staaten zur Abwehr von gegnerischen Marschflugkörpern, ballistischen Raketen sowie feindlichen Drohnen und Flugzeugen eingesetzt. Auf eine Entfernung von etwa 100 Kilometern und bis in Höhen von 30 Kilometern können die Abwehrraketen in einer gedachten Kuppel um die Stellung Ziele treffen – abhängig vom eingesetzten Lenkflugkörper.

Die seit 1989 genutzten Patriot sollen dem BMVg zufolge bis weit über das Jahr 2030 hinaus das wichtigste System für die bodengebundenen Luftverteidigungsfähigkeiten der Bundeswehr bleiben.

Gerhard Heiming