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Im ersten Halbjahr 2023 ist der Umsatz des Düsseldorfer Technologiekonzerns Rheinmetall um sieben Prozent auf 2,9 Milliarden Euro angewachsen. Das Ergebnis konnte nicht mithalten und sank um sieben Prozent auf 191 Millionen Euro. Das wurde wett gemacht durch den starken Zuwachs von 17 Prozent beim Auftragsbestand, der erstmals die Marke von 30 Milliarden Euro überschritten hat.

Rheinmetall führt das Wachstum vor allem auf das Geschäft mit den Streitkräften in Deutschland und den Partnerstaaten in EU und NATO zurück. Aufträge aus den militärischen Bereichen hätten ein zweistelliges Umsatzwachstum verzeichnet. „So haben wir jüngst in einer einzigen Woche Verträge mit einem Auftragsvolumen von über sieben Milliarden Euro unterzeichnet“, berichtete Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. Träger der positiven Entwicklungen seien vor allem die Divisionen Electronic Solutions, Vehicle Systems und Weapon and Ammunition.

Die umsatzstärkste Division des Konzerns, Vehicle Systems, konnte mit 1.012 Millionen Euro 19 Prozent mehr erlösen als im Vorjahr. Das operative Ergebnis verbesserte sich um fast ein Viertel auf 99 Millionen Euro. Mit fünfmal höherem Auftragseingang wuchs das Orderbuch auf 3.725 Millionen Euro. An neuen Großaufträgen nannte Rheinmetall die Bradley-Nachfolge in den USA, neue Schützenpanzer Puma und neue Militär-Lkw für die Bundeswehr, Lkw für Österreich sowie Leopard 2 für Norwegen.

Sechs Prozent mehr als im Vorjahr erlöste die Division Weapon and Ammunition. Zum Umsatz von 598 Millionen Euro trugen vor allem höhere Abrufe von Munition und die Produktion von geschützten Lkw-Kabinen sowie Schiffsschutzsystemen MASS (für Australien) bei. Im Auftragsbuch stehen nur noch 1.561 Millionen Euro. Das Absinken um 331 Millionen Euro führt Rheinmetall auf den überdurchschnittlich hohen Einzelauftrag aus Ungarn im letzten Jahr zurück. Allerdings legte auch in dieser Division das Ergebnis um 27 Prozent auf 89 Millionen Euro zu.

Die Division Electronic Solutions konnte ihren Umsatz um zehn Prozent auf 450 Millionen Euro steigern. Das Ergebnis stieg mit fast der gleichen Rate um 2 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro. Der Auftragsbestand nahm mit 16 Prozent deutlich auf 3,4 Milliarden Euro zu, u.a. wegen eines Auftrags im Zusammenhang mit dem Schützenpanzer Puma.

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Bei den beiden Automotive Divisionen erzielte „Sensors and Actuators“ einen um zwei Prozent auf 707 Millionen Euro gesteigerten Umsatz bei mehr als halbiertem Ergebnis von 220 Millionen Euro. Das Auftragsbuch ist um 22 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro angewachsen. „Materials and Trade“ musste eine Umsatzverlust von sechs Prozent auf 352 Millionen Euro hinnehmen sowie ein um knapp 38 Prozent auf 17 Millionen Euro gesunkenes Ergebnis. Rheinmetall nennt als einen Grund eine Cyberattacke in einem Teilbereich der Division. Die Schwäche zeigt sich auch im Auftragsbestrand, der um 10 Millionen Euro auf 600 Millionen Euro abgenommen hat.

Die drei „Defence“-Divisionen haben etwa zwei Drittel zum Umsatz und 85 Prozent zum Ergebnis des Konzerns beigetragen. Noch vor wenigen Jahren hatten die Automotive-Divisionen das Übergewicht im Konzern.

Für das Geschäftsjahr 2023 bestätigt Rheinmetall, die im Frühjahr abgegebene Prognose, nach der ein Jahresumsatz bei 7,5 Milliarden Euro und ein Ergebnis in der Größenordnung von 900 Millionen Euro erwartet wird. Die gut gefüllten Auftragsbücher der Divisionen bilden dafür die Grundlage.

gwh / Redaktion