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Der stellvertretende Ministerpräsident Polens und Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak hat wie angekündigt in einer öffentlichen Zeremonie drei Verträge zur Beschaffung von rund 1.000 Kampfpanzern K2 Black Panther, 650 Panzerhaubitzen K9 und 48 Kampfflugzeugen FA-50 mit südkoreanischen Herstellern unterzeichnet. Erste Lieferungen von Kampfpanzern und Haubitzen sollen noch in diesem Jahr und die erster Flugzeuge im nächsten Jahr erfolgen. Schnelles Liefertempo und ein umfassender Technologietransfer nach Polen seien besondere Merkmale der Verträge, so Blaszczak.

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Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak hat in einer öffentlichen Zeremonie drei Verträge zur Beschaffung von rund 1.000 Kampfpanzern K2 Black Panther, 650 Panzerhaubitzen K9 und 48 Kampfflugzeugen FA-50 mit den südkoreanischen Herstellern unterzeichnet. Foto: MoD Polen

„Die Rahmenabkommen werden die polnischen Streitkräfte erheblich stärken. Diese Stärkung ist angesichts der Lage an unserer Ostgrenze von großer Bedeutung. Wir haben keine Zeit, wir können nicht warten. Wir müssen die polnische Armee bewaffnen“, sagte Błaszczak.

Im Vertrag mit Hyundai Rotem hat Polen über 980 Kampfpanzer K2 Black Panther bestellt. Die erste Charge besteht aus 180 K2, die im derzeitigen Konstruktionsstand ab Ende des Jahres an Polen ausgeliefert werden sollen. (ESuT berichtete) 2026 will Polen seine militärischen Forderungen für die polnische Version, bezeichnet als K2PL, definiert haben und dann selbst in die Produktion der über 800 Panzer der zweiten Kampfpanzer-Charge einsteigen. Nach Abschluss der Produktion sollen die Panzer der ersten Charge auf den K2PL-Standard nachgerüstet werden.

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Der K2 von Hyundai Rotem, Foto: Hyundai Rotem

Der Vertrag mit Hanwha sieht die Beschaffung von 48 Panzerhaubitzen K9 vor, deren Auslieferung ebenfalls noch in diesem Jahr beginnen soll. Ab 2024 soll die Lieferung von weiteren 600 Panzerhaubitzen erfolgen. Während die ersten K9 in Südkorea hergestellt werden sollen, ist ab 2026 eine Beteiligung der polnischen Industrie vorgesehen. Alle K9 werden von Anfang an mit polnischen Kommunikationssystemen ausgestattet und an das integrierte Topaz-Kampfmanagementsystem angeschlossen.

Die K9 seien im Design den polnischen Panzerhaubitzen Krab sehr ähnlich, sagte Blaszczak. Die Krab würden weiter bestellt, aber die Produktionskapazität von Huta Stalowa Wola reiche nicht aus. In den nächsten Jahren wolle man das Beste aus dem Krab-Design und das Beste aus dem K9-Design auswählen, damit diese Waffe für beide Länder einheitlich werde.

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Die K9 Haubitze. Foto: Hanwha Defense

Die ersten zwölf Trainings- und Kampfflugzeuge FA-50 sollen von Korea Aerospace Industries 2023 ausgeliefert werden. Weitere 36 Maschinen im modernen Block-20-Standard sollen folgen. Die Flugzeuge werden gemäß den genauen Anforderungen der polnischen Luftwaffe konfiguriert. Mit den FA-50 sollen postsowjetische Flugzeuge ersetzt und die Ausbildung der polnischen Piloten intensiviert werden. Außerdem können sie für die Durchführung verschiedener Missionen eingesetzt werden.  Ab 2026 will Polen die Flugzeuge selbst warten und Ersatzteile in Lizenz produzieren.

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Die FA-50. Foto: KAI

Piloten, die auf der FA-50 geschult wurden, können binnen weniger Stunden auf das Kampfflugzeug F-16 umgeschult werden, von denen Polen 48 Flugzeuge im Bestand hat, wie Blaszczak im Interview mit Defence 24 feststellte.

Die von Polen abgeschlossenen Beschaffungsverträge gehören zu den umfangreichsten Verträgen in Europa und sollen das größte Rüstungsgeschäft Südkoreas sein. Das polnische Verteidigungsministerium hat keine Vertragssummen genannt. Insider schätzen das Finanzvolumen auf etwa 15 Milliarden Euro.

Am Ende des Beschaffungsprogramms wird Polen zahlenmäßig über eine der stärksten Panzerwaffen und eine starke Artillerie verfügen. Damit will sich das Land gegen die Bedrohung an seiner Ostgrenze rüsten.

gwh / Redaktion