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Das polnische Verteidigungsministerium hat mit der Ausschreibung der Konzeptentwurfs- und Machbarkeitsstudie des Projekts Miecznik die nächste Phase der Beschaffung von drei Mehrzweckfregatten für die polnische Marine eingeleitet.

Am 27. Juli beauftragte das Ministerium ein polnisches Schiffbau-Konsortium unter Führung der PGZ-Gruppe mit dem Bau von drei Fregatten der Miecznik-Klasse. Polen will mit dem Bau der Fregatten die Fähigkeiten der eigenen Schiffbauindustrie ausbauen und setzt dazu auf Zusammenarbeit und Technologietransfer von europäischen Unternehmen, die im Fregattenbau erfahren sind. Die Fregatten sollen vollständig in Polen gebaut werden.

thyssenkrupp MarineSystems (TKMS) wurde eingeladen, sich an der Ausschreibung der Studie zu beteiligen. Nach Angaben von Rolf Wirtz, CEO von TKMS, will das Unternehmen Polen die modernste Variante des MEKO-Designs, die MEKO A-300 PL, anbieten. Der modulare Aufbau der MEKO (Mehrzweck-Kombination) -Schiffreihe erlaube die kostengünstige Anpassung an Kundenspezifikationen. Die neue Variante 300 PL soll nach polnischen Anforderungen ausgeführt werden und könnte eine Weiterentwicklung der Variante MEKO A-200 NG sein.

Studienphase für polnische Fregatten der Miecznik-Klasse startet
Das TKMS Designangebot der neuen Variante 300 PL wird nach polnischen Anforderungen ausgeführt und könnte eine Weiterentwicklung der MEKO A-200 NG Variante sein. (Foto: TKMS)

Für TKMS sei der Bau von Kriegsschiffen in Zusammenarbeit mit der Industrie anderer Länder eine Selbstverständlichkeit, schreibt TKMS in einer Pressemitteilung. Über die Hälfte der exportierten Schiffe seien von Werften im Land des jeweiligen Kunden gebaut worden.

Die Schiffbauer Navantia (Spanien) und Babcock (Großbritannien) haben bekannt gegeben, dass sie ebenfalls zur Teilnahme an der Studie eingeladen wurden. Navantia könnte sich womöglich mit einem Entwurf, der an die F100 angelehnt ist, und Babcock mit einem Entwurf ähnlich der Arrowhead beteiligen.

Studienphase für polnische Fregatten der Miecznik-Klasse startet

Aus den drei Entwürfen soll bis Anfang 2022 einer ausgewählt werden, der dann in die Produktion geht. Polen will zunächst eine Fregatte bauen, um das Konzept in der Realisierung zu prüfen und um den beteiligten polnischen Unternehmen Gelegenheit zu geben, die benötigten Fähigkeiten aufzubauen. Anschließend sollen die Fregatten Nr. 2 und 3 in Auftrag gegeben werden.

Der Stapellauf des ersten Schiffes ist in vier Jahren vorgesehen. Das gesamte Miecznik-Projekt soll bis 2034 abgeschlossen sein. Nach einer Mitteilung von PGZ liegt der Vertragswert für die drei Fregatten einschließlich Bewaffnung und einem logistischen Paket bei 1,8 Milliarden Euro.

Gerhard Heiming