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Wir schreiben das Jahr 2028, das neueste Schiff der Deutschen Marine, die Klasse F126 – vormals auch als Mehrzweckkampfschiff 180 bezeichnet – geht erstmals als Führungsschiff mit der Standing NATO-Mine Countermeasures Group 1 (SNMCMG1) in den Einsatz. Ziel ist die Überwachung und Räumung von Minen in der Ostsee. Im Einsatzraum kommt es ständig zu Kontakten mit Schiffen und Luftfahrzeugen anderer Nationen. Hier vor allem mit den russischen See- und Luftstreitkräften, die stets entlang der Grenzen des Baltikums zwischen Russland und Kaliningrad hin- und herpendeln. Oft sind die Aufeinandertreffen sehr nah. Immer stellt sich für die Führung die Frage, ist dies ein normaler Transfer, eine Provokation oder sogar eine Verletzung der europäischen und NATO-Außengrenze? Der Aufklärung und Bewertung dürfen dabei keine Fehler unterlaufen, zu viel steht auf dem Spiel. Genau aus diesem Grunde wurde die Klasse F126 für diese Mission ausgewählt, denn mit ihrer Technologie sorgt diese für die erforderliche Sicherheit und Lagebilderstellung.

Die Standing NATO-Mine Countermeasures Group 1 setzt sich normalerweise aus mehreren Minenabwehrbooten sowie einem Führungs- und Versorgungsschiff verschiedener NATO-Partner zusammen – darunter immer mindestens ein Schiff aus Deutschland. Im Jahr 2028 beteiligt sich neben der F126 ein Minenjagdboot vom Typ MJ332.

Die F126 soll dabei mit ihren hochtechnologischen Sensoren den Kampf um die Informationsüberlegenheit gewinnen. Dabei kommt es vor allem auf die verbesserten Entdeckungs- und Frühwarnsensoren und die Surveillance-Radare an. Als Führungsschiff muss die Fregatte aber auch für den Schutz des Verbandes sorgen, sowohl gegen Drohnen als auch alle anderen Effektoren. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem schiffseigenen Laserwarnsystem zu.

Als Führungsschiff muss die F126 natürlich auch mit allen beteiligten Booten der anderen Nationen kommunizieren, insbesondere unter Gefechtsbedingungen. Elbit Systems Deutschland unterstützt mit seinen Systemen die Handlungs- und Überlebensfähigkeit des Verbandes. Damit tragen wir zum Erfolg der Mission bei.

Multinationale Kommunikation als Schlüssel des Erfolges

Dieses Szenario zeigt, wie wichtig Kommunikation und entsprechende Aufklärungssensoren sind. Als Elbit System Deutschland GmbH bieten wir zur sicheren Kommunikation mit allen Beteiligten den Selektiven Multikoppler SMK 1000 an. Gerade an Bord von Booten und Schiffen ist der gleichzeitige Betrieb von mehreren HF-Sendern in enger Kollokation eine der großen Herausforderungen. Im konventionellen Systemaufbau benötigt jede einzelne Funkstrecke eine eigene Antenne, meist realisiert durch eine abgestimmte Peitschenantenne. Dies führt in der Regel jedoch zu gravierenden Störeffekten zwischen den Kommunikationsstrecken, die zu unzulässigen Signalverzerrungen führen und den Betrieb der HF-Kommunikationsgeräte einschränken. Außerdem ist auf Booten und Schiffen der Platz für die aufzustellenden Antennen Mangelware. Unsere Lösung spart Platz und Integrationsaufwand auf den Schiffen.

Führung, Kommunikation und Schutz aus einer Hand
Der Selektive Multikoppler (SMK) 1000 in der 19“ Bauform für Standardracks. (Foto: Elbit Systems Deutschland)

Der Ansatz von Elbit Systems Deutschland zur Überwindung dieser Einschränkungen ist die Verwendung von Breitbandantennen, die von mehr als einer Sendeleitung gleichzeitig gespeist werden. Dies erfordert die Kombination der Sendesignale mit hoher Leistung von mehreren Sendern vor dem Antennenspeisepunkt. Eine beliebte Methode ist der Einsatz von passiven 3-dB-Leistungskombinierern. Dieser Ansatz leidet jedoch unter hohen Verlusten im HF-Signalpfad, was zu einer stark reduzierten Sendeleistung und damit zu reduzierter Verfügbarkeit der Verbindung führt. Mit dem SMK 1000 bieten wir einen deutlich verbesserten Ansatz. Durch das Prinzip des „Directional Filter“ wird die Leistung von mehreren Sendern gleichzeitig auf die Antenne bei geringsten Kombinationsverlusten übertragen. Hohe Isolation zwischen den Sendern und Reduzierung von unerwünschten Emissionen wie breitbandiges Rauschen, Oberwellen und Störaussendungen erhöhen die Leistungsfähigkeit des HF-Kommunikationssystems. So führt unser Ansatz zu einer Reduktion der Anzahl der Antennen bei gleichzeitiger Übertragung von bis zu fünf Kurzwellensendern der 1 kW Klasse mit sehr geringen Verlusten über nur eine Antenne. Der SMK 1000 deckt den gesamten Frequenzbereich für den Kurzwellenfunk ab und ist bereits heute in den neuesten Schiffen verbaut.

360° Lagebild und Schutz

Die meisten weitreichenden Waffensysteme nutzen heute Laser zur Entfernungsmessung und Markierung des Zieles. Elbit Systems Deutschland bietet das ELNAWS (Enhanced Laser Naval Warning System) als grundlegende Schutzmaßnahme an. Das System existiert in verschiedenen Versionen für Land- und Seefahrzeuge und trägt entscheidend zur Verbesserung des eigenen Lagebildes bei.

Das passive Laserwarnsystem erkennt, identifiziert und kategorisiert militärisch relevante Laserbedrohungen und liefert Warnhinweise, Ankunftswinkel (Angle of Attack; AOA) und zusätzliche Messparameter für Aufklärungszwecke. Unser System garantiert der jeweiligen Plattform eine vollständige hemisphärische Abdeckung. Das System kann dabei zwischen den folgenden Arten von Lasern unterscheiden: Laserentfernungsmesser (LRF), Laser Designator (LD) sowie Beam Rider Missiles (LBR). Dies ist völlig unabhängig davon, ob die Laser von einem anderen Schiff, Luftfahrzeug oder Bodentruppen stammen.

Führung, Kommunikation und Schutz aus einer Hand
Übersichtsbild des Elbit Systems Deutschland Laserwarnsensors. (Foto: Elbit Systems Deutschland)

Dank der sehr hohen Systemsensitivität werden die Mehrheit der relevanten Lasersysteme detektiert und richtig kategorisiert. Das sorgt für geringe Fehlalarmraten über zahlreiche Betriebsstunden inklusive einer Immunität gegen falsche Zielerfassung (reflektierte Laserenergie, Gewehrfeuer, Mündungsfeuer und mehr). Außerdem bestimmt das System automatisch die genauen Ankunftswinkel-Informationen für alle Laser-Bedrohungen, einschließlich LBR mit geringer Ausgangsleistung auf große Entfernungen, so dass in Fällen, in denen die Aktivierung geeigneter Gegenmaßnahmen erforderlich ist, ausreichend Reaktionszeit zur Verfügung steht. Die kundenseitige Bedrohungsbibliothek kann integriert werden. Eine Laser-Ereignisprotokollierung ist ebenfalls Teil des Systems und bietet die Möglichkeit, Ereignisse für nachrichtendienstliche Untersuchungen, Nachbesprechungen und die Identifizierung neuer Bedrohungen abzurufen. Außerdem unterstützt ELNAWS Standard-Kommunikationsverbindungen und -protokolle für den Informationsaustausch mit anderen Bordsystemen wie Navigation oder Fahrzeug/Missionsleitrechner. Damit kann es vollständig in das Führungs- und Waffen-Einsatz-System (FüWES), das Herzstück der Fregatte, integriert werden. Ein eingebauter kontinuierlicher Selbsttest mit Fehlererkennung in Echtzeit ist Teil der Lösung. Allein in Europa vertrauen mehr als elf Kunden unserer Schutzlösung, darunter Großbritannien, Belgien, Spanien, Portugal sowie Schweden u.a. für die neuen VISBY-Fregatten.

Führung, Kommunikation und Schutz aus einer Hand
Auch große Fregatten können mit wenigen ELNAWS Sensoren rundum vor laserbasierten Bedrohungen geschützt werden. (Graphik: Elbit Systems Deutschland)

So bietet Elbit Systems Deutschland Systeme für Führung, Kommunikation und Schutz aus einer Hand. Dies gilt auch für die nächste Generation von Schiffen für die Deutsche Marine.

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