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Ungarn ist voraussichtlich das erste Land, das den neuen Schützenpanzer Lynx beschafft. Die ungarische Regierung teilte heute ihre Entscheidung pro Lynx mit, nun geht es in die konkreteren Verhandlungen. Nach Vertragsschluss wird Rheinmetall für mehr als zwei Milliarden Euro in einem Gemeinschaftsunternehmen mit ungarischen Partnern die Panzer produzieren. Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens wäre einer der nächsten Schritte. Weitere Informationen, z.B. über Stückzahlen und Liefertermine, liegen noch nicht vor.

Ungarn hat ein umfassendes Programm zur Erneuerung seiner Streitkräfte gestartet. Erst vor drei Wochen hatte Ungarn die ersten Ausbildungspanzer Leopard 2 A4 für die bestellten 44 Kampfpanzer Leopard 2 A7+ erhalten. 24 Panzerhaubitzen PzH2000 sind ebenfalls bestellt. Zwanzig bestellte Hubschrauber H145M, die als Kampfhubschrauber genutzt werden können, sind etwa zur Hälfte ausgeliefert.

Der Schützenpanzer Lynx wäre ein weiterer wichtiger Schritt zur Modernisierung der Ausrüstung der ungarischen Streitkräfte.

Rheinmetall hat den Lynx KF41 von Grund auf neu konstruiert und bei der Eurosatory 2018 erstmals öffentlich präsentiert. Unter Verwendung ausgereifter Komponenten wird ein kostengünstiger und flexibler Schützenpanzer angeboten, der mit seiner Modularität bewusst für die Integration von Elementen aus lokaler Produktion konzipiert ist. Damit kann die Beteiligung nationaler Industrie, wie sie bei internationalen Rüstungsprogrammen fast immer eingefordert wird, und die Integration nationaler Systeme auf einfache Weise realisiert werden.

Schützenpanzer Lynx für Ungarn

In der Standardkonfiguration ist der Schützenpanzer Lynx KF41 mit einem Lance 2.0 Turm ausgestattet. Die Bewaffnung ist eine airburst-fähige 30-mm-Kanone ergänzt durch ein Maschinengewehr. Optional können Werfer für Panzerabwehrraketen eingebaut werden.

Die Vereinbarung mit der ungarischen Regierung ist ein bedeutender Meilenstein für das Programm Schützenpanzer Lynx KF41. Interesse am Lynx besteht darüber hinaus beim Nachbarn Tschechien, in den USA und in Australien. In Australien geht der Lynx demnächst in die Vergleichserprobung, während in den USA der Wettbewerb noch in einer frühen Phase ist.

Gerhard Heiming