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Im Lastenheft der Infanterie steht unter anderem der Kampf im bewaldeten Gelände und urbanen Umfeld, der neben hohen physischen und psychischen Anforderungen an den Soldaten auch einen speziellen Mix an Waffensystemen erfordert.

Das deckungsreiche Gefechtsfeld im Wald und in Ortschaften erlaubt es dem Gegner, sich nicht nur vor Aufklärung sondern auch vor der Wirkung des infanteristischen Flachfeuers zu schützen. Daher werden Waffen benötigt, die entweder durch oder hinter eine Deckung wirken können. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen verfügt jeder Kommandeur der infanteristischen Verbände im HEER2011 über eine schwere Infanteriekompanie. Neben den Waffenträgern Wiesel (Maschinenkanone / Panzerabwehrlenkkörper TOW) verfügt diese Kompanie über einen Feuerunterstützungszug (Beobachter) und einen Mörserzug 120 mm, die in die Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung (STF) eingebunden, für die indirekte Feuerunterstützung des Verbandes zuständig sind.

Der Mörser ermöglicht eine unmittelbare Feuerunterstützung, die witterungsunabhängig ist und nicht durch übergeordnete Führungsebenen zugewiesen werden muss. Der Kommandeur kann seinen Schwerpunkt der Gefechtsführung mittels Feuer schnell von einem Abschnitt des Gefechtsstreifens in einen anderen Abschnitt verlegen.

Ein Mörsertrupp der Fallschirmjägertruppe beim Nachtschießen (Foto: Bundeswehr)

Der Mörser hat auch auf einem zukünftigen Gefechtsfeld weiterhin seine Berechtigung. Die vielen Bestrebungen unserer Bündnispartner in der NATO, ihre Mörser zu modernisieren, belegen diesen Trend. Mörser haben sich nicht nur in den Zeiten des Kalten Krieges und den Gefechten in Afghanistan bewährt. Sie werden in der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der NATO eine unterstützende Rolle einnehmen. Durch einfache Funktionsweise und geringes Gewicht können Mörser durch Soldaten getragen oder im Fahrzeug transportiert werden. Mittels Fallschirm, als Außen- oder Innenlast mit Luftfahrzeugen können Mörser ohne große Vorbereitungszeit schnell ins Einsatzgebiet verbracht werden. Dies ist eine der Kernforderungen an die VJTF.

Einsatz und aktueller Sachstand

In einer Gliederung von zwei Feuerleittrupps und acht Mörsertrupps (120-mm), können die Mörserzüge des Heeres als geschlossene Feuereinheit (acht Rohre), oder halbzugweise (vier Rohre) eingesetzt werden. Neben dem Kernauftrag der Feuerunterstützung auf dem symmetrischen Gefechtsfeld bzw. einem Stabilisierungsszenario, ist ein Mörserhalbzug seit 2015 für den Einsatz in einem Verband für militärische Evakuierungsoperationen vorgesehen.

Waffenanlage und Feuerleitung

Die Waffenanlage 120 mm wurde Mitte der letzten Dekade erstmals modernisiert, die Tampella-Rohre wurden durch Rheinmetall-Rohre ersetzt, die durch stärkere Rohrwände im unteren Drittel des Rohres eine höhere Schussbelastung ermöglichen. Dadurch werden die Rohre langsamer heiß und somit auch sicherer. Bei Überhitzung droht neben der Verletzungsgefahr der Besatzung auch die Gefahr der Treibladungsentzündung.

Im Zuge des ISAF-Einsatzes wurde die Waffenanlage ein weiteres Mal kampfwertgesteigert. Die in Afghanistan verwendete Mörsermunition des österreichischen Herstellers Hirtenberger produzierte höhere Gasdrücke. Dadurch entstanden sogenannte Durchbläser. In einem solchen Fall entweicht ein Teil des Gasdruckes durch das Gewinde zwischen Bodenstück und Rohr. Dies bedeutet nicht nur eine erhebliche Verletzungsgefahr, sondern auch die signifikante Verminderung der Präzision, da nicht mehr der gesamte Gasdruck zur Beschleunigung der Patrone zur Verfügung steht.

Dieses Problem wurde mittels Integration eines Liderungsrings (Metallscheibe zwischen Rohr und Bodenstück) gelöst. Bisher wurde die Hälfte der im Heer eingesetzten Waffenanlagen nachgerüstet. Nur aus diesen Waffenanlagen konnte die in der Zwischenzeit beschaffte Mörsermunition neuer Generation (NG), die von Rheinmetall im  Zuge des Projektes Mörserkampfsystem entwickelt und 2015 an die Bundeswehr ausgeliefert wurde, verschossen werden. Bei der NG-Munition entstehen ebenfalls höhere Gasdrücke als bei den seit Jahrzehnten verwendeten Munitionssorten.

Einrichten der 120-mm-Waffenanlage kurz nach dem Beziehen einer neuen Feuerstellung (Foto: Bundeswehr)

Zwischenzeitlich wurde entschieden, auch die verbleibenden Systeme mit einem Liderungsring nachzurüsten. Die Umrüstung soll bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Als Konsequenz dieser Maßnahmen wurde die Nutzungsdauer des Mörsers 120 mm in der Bundeswehr bis 2030 verlängert.

Die Feuerleitausstattung basiert auf dem System MRT86 (Militärischer Rechner, tragbar) mit veraltetem Intel 80186 Prozessor. Der Rechner ist nicht in das ADLER-System der Artillerie integriert. Eine Modernisierung der Feuerleitausstattung konnte jedoch aufgrund von Verzögerungen in der Softwareentwicklung noch nicht realisiert werden. Ein realistisches Datum für den Zulauf dieser Systeme kann zurzeit nicht gegeben werden. Daher wird eine praktikable Integration des Mörser 120 mm in den Datenverbund ADLER weiterhin bis auf unbestimmte Zeit ein Wunschtraum bleiben. Für den operativen Einsatz des Mörsers in der Infanterie ist dies kein großes Hindernis. Für den Aufwuchs des STF-Lagebildes in den Joint Fire Support-Elementen auf Verbandsebene und darüber hinaus ist dies jedoch hinderlich. Lage-, Stellungs- und Zielmeldungen müssen weiterhin im Sprechfunkverfahren gemeldet werden und können nicht mittels Knopfdruck als Datenpaket vom Sender an den Empfänger übermittelt werden.

Munition

Auf dem Gebiet der Mörsermunition hat es die größten Entwicklungsfortschritte gegeben. Auch wenn die Idee einer endphasengelenkten Mörsermunition mit der Abkehr vom Mörserkampfsystem nicht weiter verfolgt wird, wurden mit der Einführung der Munition neuer Generation und der Umlaborierung der alten Munition entscheidende Schritte zur Kampfwertsteigerung des Mörsersystems unternommen.

Im Einzelnen betrifft dies folgende Punkte:

  • NG-Munition für Einsatz und Einsatzvorbereitung,
  • Beschaffung von knapp 6.000 Patronen NG in den Sorten Spreng, Nebel und IR-Leucht,
  • eine damit einhergehende Steigerung der Reichweite von 6.350 m auf ca. 8.000 m und
  • neue Zünder DM 183 (für Nebel und Leucht) und DM 193 (Spreng) von Junghans Microtec mit zweitem unabhängigen Entsicherungskriterium nach STANAG 4187.

Der Übungsbetrieb ist durch die Unzuverlässigkeit der alten und überlagerten Munition und den dadurch resultierenden Kurzschüssen erheblich gestört. Nach Abschluss der aktuell laufenden Ausschreibung für die Umlaborierung der 120-mm-Munition wird die Industrie beauftragt die Bestände alter Munition zu überarbeiten. Somit wird der Truppe auch weiterhin genügend Munition für den Übungsbetrieb bereitstehen. Neben dem Leitwerk sollen auch Grund- und Treibladung erneuert werden, um wieder sichere Schießgrundlagen zu schaffen. Mit dem Zulauf der umlaborierten Patronen kann Anfang 2017 gerechnet werden.

Durch diese Maßnahmen werden durch das Heer folgende Resultate erwartet:

  • Steigerung der Zuverlässigkeit der Munition für den Übungsbetrieb,
  • mögliche Nutzung der umlaborierten Leuchtpatrone für den Einsatz,
  • Möglichkeit „Überschießen“ der eigenen Truppe.

Als Kritikpunkt bleibt bei der Munition weiterhin die fehlende Zertifizierung für den Fallschirmabwurf. Sowohl für die NG- als auch die aufbereitete Munition ist keine Zertifizierung vorgesehen. Ob dadurch ein Fallschirmsprungeinsatz des Mörserzuges, verbunden mit einem Abwurf der Munition mittels eines Lastenfallschirms in einem Einsatzszenario ähnlich der französischen Operation „Serval“ in Mali durchgeführt werden kann, bleibt fraglich. Die Ausrüstung und Munition der Mörserzüge in den Fallschirmjägerregimentern wird wohl auch in Zukunft nur mittels taktischen Lufttransports angelandet werden können.

Unterschiede in der Splitterbildung zwischen einer nichtvorfragmentierten Sprengpatrone und einer ConFrag, beide im Kaliber 60 mm (Grafik: Hirtenberger)

Neben dem Trend, die Leistungsfähigkeit der Munition bezüglich der Treffgenauigkeit und der Reichweite zu verbessern, geht der Trend dazu, die Wirkung der einzelnen Munitionssorten zu optimieren. Eine Möglichkeit besteht in der Vorfragmentierung der Mörserpatrone. Die beispielsweise von Hirtenberger Defence entwicklte ConFrag® Technologie (kontrollierte Fragmentierung) bewirkt, dass bei der Umsetzung der Patrone Splitter in der für die Wirkung optimalen Anzahl und Größe erzeugt werden. Versuche des niederländischen Forschungsinstituts TNO haben bestätigt, dass bei einer optimierten 60-mm-ConFrag® Munition, die Wirkung um bis zu 100 Prozent gesteigert werden kann.

Fahrzeuge

Zum jetzigen Zeitpunkt verfügt das Heer über insgesamt neun Mörserzüge mit jeweils acht Rohren. Die aktuell in den Mörserzügen genutzten Fahrzeuge sind für die Anforderungen der Stabilisierungsoperationen mittlerer und hoher Intensität nicht ausreichend geschützt. Aus diesem Grund wurden für die Quick Reaction Force in Afghanistan einige wenige SSA-Wölfe (Sonder-Schutz-Ausstattung) mit Rüstsätzen für den Transport von Waffenanlagen und Munition umgerüstet, um so auch den Einsatz unter geschützten Bedingungen zu ermöglichen. Die SSA Wölfe befinden sich nach der Rückführung aus Afghanistan im Aufbereitungsprozess und sollen danach als Einsatzreserve verwendet werden. Ein regulärer Übungsbetrieb ist mit diesen Fahrzeugen nicht vorgesehen.

Da insbesondere der M113 und der Wolf ihr anfänglich angedachtes Nutzungsdauerende lange überschritten haben, kann deren Einsatzfähigkeit nur mittels kostspieliger und zeitintensiver Instandsetzungsmaßnahmen sichergestellt werden. Eine Integration der Mörser-Waffenanlage in modernere und in den Verbänden genutzter Fahrzeugmuster würde eine deutliche Kampfwertsteigerung darstellen. Überlegungen, Rüstsätze in Dingo, Fuchs, Boxer oder Mungo zu integrieren, haben es jedoch nie über die Ideenebene hinaus geschafft.

Fähigkeitslücke

Bedingt durch die Forderung des Kommando Spezialkräfte nach einem Wirkmittel, welches in der Lage ist, indirekte Feuerunterstützung in Kommandoeinsätzen zu leisten, hat auch die Infanterie eine Fähigkeitslücke identifiziert. Derzeitig  verfügt diese über kein Wirkmittel, welches in der Lage ist, im Nahbereich (bis 350 m) Feind hinter Deckungen effektiv zu bekämpfen.

In dem CPM-Dokument Fähigkeitslücke und Funktionale Forderung „Leichtes Wirkmittel indirektes Feuer“ vom 30. April 2015 wurden u. a. folgende Kernforderungen an das zu beschaffende System gestellt:

  • Möglichkeit des Einsatzes im direkten und im indirekten Richten,
  • Wirkung hinter Deckungen (Schießen in der oberen Winkelgruppe muss möglich sein),
  • Reichweite direktes Richten 100 m bis 1.500 m und
  • Reichweite indirektes Richten unter Zuhilfenahme von Bodenplatte und Zweibein bis 3.500 m.

Es ist wichtig anzumerken, dass das leichte Wirkmittel indirektes Feuer eine zusätzliche Bewaffnung für die Mörserzüge des Heeres darstellt und kein Ersatz für den Mörser 120-mm ist, weil selbst leichte Wirkmittel modernster Art sowohl in der Reichweite als auch in der Wirkung die Leistungsfähigkeit von 120-mm-Mörsern nicht komplett abbilden können.

60-mm-Kommandomörser im Einsatz (Foto: Hirtenberger)

Jüngst wurde entschieden, die Fähigkeitslücke durch einen 60-mm-Mörser zu schließen. Dieser soll mittels eines Conversion-Kits von einem regulären Mörser (Bodenplatte, Rohr, Richtmittel und Zweibein) in einen Kommandomörser (KdoMrs), bestehend nur aus einem Rohr, konvertiert werden können. Die Ausrichtung des Mörsers erfolgt dann nicht mehr mittels des sogenannten Kurbelns an der Seiten- und Höhenrichtverstellung, sondern durch das Halten und Ausrichten des Rohres durch den Richtschützen. Der somit rund zehn Kilogramm leichte KdoMrs kann im abgesessenen Einsatz deutlich einfacher transportiert werden. Zweibein, Richtmittel und Bodenplatte bleiben in diesem Fall ungenutzt.

Die Entscheidung, ob man Gewicht gegen Reichweite tauschen möchte, wird dabei dem militärischen Führer vor Ort überlassen, der nach Anforderung des Einsatzes lagebedingt entscheiden muss.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) führt derzeit eine Marktsichtung durch und wird danach Systeme zur Erprobung beschaffen. Interessierte Unternehmen haben bis zum 19. September 2016 Zeit, separate Angebote für die Ausschreibung der Waffenanlage und die der Munition abzugeben. Die Einführung wird entgegen der Erwartung in der Truppe wohl nicht vor 2020 beginnen.

Insgesamt wurde ein Bedarf für 159 Systeme (106 für das Heer, 36 für die Luftwaffe, 13 für die Marine, vier für die SKB), davon 37 reine Kommandomörser und 24.400 Patronen Mörsermunition als Erstausstattung festgestellt. Dafür wurden Mittel in Höhe von ca. 35 Millionen Euro vorgesehen.

Folgende Einzelpunkte sind in dem Ausschreibungspaket enthalten:

  • Konvertierbarer Mrs 60-mm (Zweibein, Bodenplatte, Rohr mit der Möglichkeit, in einen KdoMrs konvertiert zu werden, Periskop mit der Möglichkeit des indirekten Richtens),
  • Waffenanlage muss im Fallschirmsprung (Flughöhe bis 10.000 m) mitgeführt werden können,
  • Schusstafel ohne Feuerleitrechner,
  • Laserentfernungsmesser (LEM),
  • Trageausstattung für Waffenanlage und Munition für den abgesessenen Einsatz,
  • Munitionssorten Spreng (mit optimierter Splitterwirkung), Nebel (multispektral deckend), Leucht und IR-Leucht,
  • Ausbildungsmittel Munition,
  • Zünder nach STANAG 4187 und
  • Insensivität der Sprengpatrone (keine Explosion bei Beschuss oder Brand).

Die ausgeschriebenen Waffenanlagen werden in drei Versionen beschafft:

  • 104 konvertierbare Mörser (Gesamtgewicht max. 25 kg / Reichweite von 100 m bis 3.500 m)
  • 18 konvertierbare Mörser (Gesamtgewicht max. 25 kg + einzelne Baugruppen dürfen max. 15 kg schwer sein / Reichweite von 100m bis 1.800m)
  • 37 Kommandomörser (Gesamtgewicht max. 8 kg / Reichweite von 100 m bis 1.500 m)

Bisher nicht gefordert sind eine Feuerleitausstattung mit der Möglichkeit, an den Datenfunk eingebunden zu werden, sowie Rüstsätze, um die Waffenanlage in den gängigen Fahrzeugen der Bundeswehr sicher transportieren zu können. Auch die Zertifizierung der Munition für den Fallschirmsprungeinsatz steht nicht im Forderungskatalog. Obendrein ist die in der Ausschreibung benutzte Begrifflichkeit „Ausbildungsmittel Munition“ nicht weiter definiert. Darunter könnten sowohl Exerzierpatronen, Übungspatronen Unterkaliber als auch Übungspatronen Allgemein (abgeänderte Sprengpatrone mit einer geringen Knall-Blend-Ladung) fallen.

Weiterhin sollte auch darüber nachgedacht werden, die Systeme mit modernen und marktverfügbaren Richtmitteln/Feuerleitlösungen zu versehen, die in der Lage sind, die Koordinaten des LEM-/GPS-Verbundes in Sekundenbruchteilen in ein Feuerkommando zu transformieren und somit die Präzision (bezogen auf eine Flächenwaffe) beim Schießen mit dem KdoMrs deutlich zu erhöhen. Bei einem solchen Verfahren würden sowohl die Höhen- als auch die Seitenausrichtung durch das elektronische Richtsystem (LEM, Rechner und Sensor am Rohr) vorgeben. Der Faktor Mensch wird in einem solchen Fall auf das „Halten“ des Mörserrohres und der Umsetzung der vorgegebenen Richtkommandos (ähnlich dem Einspielen der Libellen beim Schießen mit Zweibein) reduziert. Die Vorteile solcher Systeme liegen auf der Hand:

  • Befähigung des Kommandomörsers zum Schießen im indirekten Richten,
  • Einsatz des Kommandomörsers hinter einer Stellung heraus möglich,
  • schnelleres Wirkungsfeuer,
  • geringerer Munitionsverbrauch bzw. längere Wirkungsfeuer und
  • geringere Kollateralschäden durch bessere „Präzision“ beim Einschießen.

Einsatz in allen Operationsarten

Der Mörser ist und bleibt eine wichtige Taste auf der Klaviatur des militärischen Führers im Gefecht. Die vergleichsweise simple und robuste Funktionsweise des Mörsers und die damit einhergehende leichte Bauweise ermöglichen den Einsatz in allen Operationsarten. Die Gewichtsvorteile und die Vorteile in der Witterungsunabhängigkeit gegenüber den anderen Wirkmitteln der STF-Familie prädestinieren dieses Waffensystem dazu, in allen Szenarien eingesetzt zu werden. Insbesondere in Situationen, in denen die Unterstützung durch Close Air Support oder Close Combat Attack aufgrund der Bedrohung nicht möglich ist und die Verlegung der Panzerhaubitzen zu aufwändig wäre bzw. zu lange dauern würde. Dieses Szenario gehört nicht zu alten Kriegsgeschichten, wie es die aktuelle Lageentwicklung an der NATO-Ostflanke verdeutlicht.

Der vergleichsweise geringe Kostenrahmen dieses Projektes und die aktuelle Marktverfügbarkeit/Einsatzreife aller infrage kommender Systeme hinterlässt die Hoffnung, dass die Beschaffung des 60-mm-Mörsers noch vor 2020 realisiert werden könnte. Der Truppe wäre es auf jeden Fall zu wünschen, denn der 60-mm-Mörser würde für die Infanterie einen deutlichen Fähigkeitszugewinn in der Wirkung im Gefecht bedeuten.

Autor: Waldemar Geiger

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