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Mit dem RSG60 hat Rheinmetall ein neues 60mm-Mörsersystem für den Einsatz in Infanterie- und Spezialkräfteverbänden entwickelt.

Der RSG60 weist neuartige Design- und Konstruktionsmerkmale auf, welche sich insbesondere auf das Gewicht und die Transportfähigkeit des Mörsers auswirken. Bei der Entwicklung des neuen Mörsers hat Rheinmetall neben neuartigen Designmerkmalen auch auf – in der Mörserei unübliche Materialien – zurückgegriffen.

So besteht das rund 70 Zentimeter lange Rohr aus Stahl, mit einer Kohlefaserumwicklung. Dies bietet einerseits die notwendige Festigkeit und sorgt andererseits für die erzielte Gewichtsersparnis von ca. 30 Prozent, im Vergleich zur konventionellen Bauweise aus reinem Stahl. Die Bodenplatte besteht aus einem Kohlefaserverbundwerkstoff.

Den veröffentlichten Bildern nach, nutzt der RSG60 kein klassisches Zweibein. Zur Stabilisierung der Standard-Variante kommt eine einzige, mit der Bodenplatte über ein Scharnier verbundene, Teleskopstange zum Einsatz. Die Verbindung zum Rohr wird mittels eines in die Rohrschelle greifenden Bolzens realisiert. Die Rohrschelle ist fest mit dem Rohr verbunden und nimmt neben einem Halte-Richtgriff, eine Schwalbenschwanzführung für die Aufnahme eines Periskops, eine Libelle und eine mechanische Schusstafel auf. In Verbindung mit einem Periskop kann der RSG60 Feuerunterstützung im Indirekten Richten leisten.

Das neuartige Design der Steilfeuerwaffe wirkt sich platzsparend aus und ermöglicht es den Nutzern, den Mörser in wenigen Sekunden aus der Transportstellung heraus feuerbereit zu machen. Ebenso lässt sich der RSG60, Unternehmensangaben nach, innerhalb von rund 30 Sekunden werkzeuglos mit wenigen Handgriffen durch das Lösen vierer Haltebolzen von der Bodenplatte abnehmen und eigenständig als Kommandomörser verwenden.

RSG60 - Rheinmetall präsentiert neuen 60mm-Mörser für Infanterie und Spezialkräfte

Technische Daten

RSG60 Standard-Variante RSG60 Kommandomörser
Kaliber 60 mm
Rohrlänge 700 mm
Gewicht 15,8 kg 6,8 kg
Grundmaße 850 x 480 mm 850 x 211 mm
Reichweite ·         3200 m (Standardrohr)

·         3700 m (mit Rohrverlängerung)

2000 m
Feuerarten ·         Abzug

·         Drop-Modus

Entwicklung

Nach Angaben von Rheinmetall hat der RSG60 bereits mehrere Testschießen erfolgreich absolviert. Die Entwicklung des neuartigen Mörsers begann im Oktober 2017. Ziel Rheinmetalls war es, das Portfolio seiner 60mm-Mörsermunitionsfamilie und seiner Feuerleitkomponenten um eine zugehörige und zukunftsträchtige Waffe zu ergänzen. Von Anfang an, so schreibt das Unternehmen, standen daher Gewichtsersparnis, Schnelligkeit und Ergonomie im Zentrum der Entwicklungsarbeiten des RSG60.

Waldemar Geiger