Die Deutsche Marine hat am 25. Februar in Eckernförde das erste große autonome Unterwasserfahrzeug BlueWhale von den Herstellern IAI und TKMS übernommen. Die Gästeliste bei der Übernahmezeremonie führten der Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Jens Plötner, und der Inspekteur Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack an.
„Mit der Übernahme des ersten BlueWhale setzen wir den Kurs Marine in Sachen Einführung unbemannter Systeme unter Wasser konsequent um. Wir haben auf Bewährtes am Markt gesetzt, Entscheidungswege radikal verkürzt und die Truppe von Anfang an in die Einforderung eingebunden. Und das in wenigen Monaten statt Jahren“, betonte Kaack.
Die Auslieferung von BlueWhale folgt auf intensive Tests in der Ostsee, einem der anspruchsvollsten und komplexesten Einsatzgebiete der deutschen Marine.

BlueWhale für unbemannte Aufklärungsoperationen
Die Bundeswehr beschreibt BlueWhale als das bislang größte und modernste unbemannte Unterwasserfahrzeug der Marine. Demnach hat das für weiträumige Aufklärung ausgelegte Seefahrzeug eine Länge von 10,9 Metern, einen Durchmesser von 1,12 Metern und wiegt 5,5 Tonnen. Die beschafften Systeme sollen künftig die Unterwasseraufklärung ergänzen.
BlueWhale wurde einer Mitteilung der Unternehmen zufolge von dem israelischen Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen IAI entwickelt, um die deutsche Marine bei der unbemannten U-Boot-Bekämpfung und verdeckten maritimen Missionen zu unterstützen. TKMS hat mit seinem Segment ATLAS ELEKTRONIK das fortschrittliche Schleppsonar zur U-Boot-Bekämpfung integriert. Bei Aufklärungsoperationen kann das Fahrzeug Ziele über und unter der Meeresoberfläche erkennen, akustische Informationen sammeln und Seeminen auf dem Meeresboden lokalisieren.

Erweiterter Sensorarm
BlueWhale fungiert als erweiterter Sensorarm für bemannte Plattformen, arbeitet über lange Zeiträume autonom und deckt große Meeresgebiete ab. Das System sei ein Fortschritt in der hybriden Kriegsführung auf See, so die Bundeswehr. Das System könne näher an unmittelbaren Gefahren eingesetzt werden als ein bemanntes. Mit modernster sonar- und satellitengestützte Sensorik gewinnt es Informationen über und unter Wasser, aus der sich ein weiträumiges Lagebild ergibt. Das erhöht im Ernstfall die Zielgenauigkeit verdeckter U-Boot-Jagd und Aufklärung über Wasser, schützt das Leben von Besatzungen und senkt Kosten. Zudem ist eine Überwachung kritischer Infrastruktur unter Wasser möglich.
Hybride Flotte
„Der Aufbau einer hybriden Flotte startet genau jetzt“, sagte Kaack. Das kann als Hinweis auf die Lieferung weiterer unbemannter Seefahrzeuge des Typs BlueWhale gewertet werden. Die Begrifflichkeit „hybride Flotte“ unterstreicht auch deren Bedeutung für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands im Gesamtkontext.
Gerhard Heiming
















