Norwegen stellt im Rahmen der internationalen PURL-Initiative („Prioritised Ukraine Requirements List“) rund 302 Millionen US-Dollar (rund 260 Millionen Euro) zur Verfügung, um die Luftverteidigung der Ukraine weiter zu stärken. Das Paket umfasst unter anderem Flugkörper für Patriot-Luftabwehrsysteme und soll ukrainische Städte, kritische Infrastruktur sowie Frontverbände besser vor russischen Angriffen schützen. Norwegen will zudem gemeinsam mit weiteren Partnerstaaten zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für die ukrainischen Luftverteidigungsbedarfe schaffen.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow dankte der norwegischen Regierung und Premierminister Jonas Gahr Støre für die Unterstützung. Neben Patriot-Systemen wurde auch die Lieferung von Abfangdrohnen thematisiert.

Prioritäten: Luftverteidigung, weitreichende Munition und Drohnenproduktion
Im Mittelpunkt der Gespräche standen drei Prioritäten: der Ausbau der Luftverteidigung, die Lieferung weitreichender Munition im Rahmen der „Czech Initiative“ sowie die Ausweitung der Drohnenproduktion. Gleichzeitig strebt die Ukraine eine engere technologische Zusammenarbeit mit Norwegen und anderen nordischen Staaten an. Diskutiert wurden unter anderem gemeinsame Projekte zur Abwehr ballistischer Raketen, zur Integration moderner Luftverteidigungssysteme sowie zu Drohnen-, Munitions- und Weltraumtechnologien.
Während des Besuchs traf Fedorow auch Vertreter des norwegischen Rüstungskonzerns Kongsberg Gruppen, um Projekte zur Stärkung des NASAMS-Luftverteidigungssystems und die Lieferung weiterer Flugkörper zu besprechen.
Steigende Abfangquote russischer Drohnen
Nach ukrainischen Angaben zeigt die Verteidigungsstrategie bereits Wirkung: Die Abfangquote russischer Drohnen sei seit Jahresbeginn auf bis zu 89 Prozent gestiegen, obwohl die Zahl der Angriffe deutlich zugenommen habe. Zudem meldet die Ukraine steigende russische Verluste und anhaltende Angriffe auf die russische Ölindustrie.
Gerhard Heiming




















