Norwegen beteiligt sich an der Verstärkung der Luftverteidigung in der Ukraine. Die norwegische Regierung hat am 24. August bekanntgegeben, dass sie sich zusätzlich zu ihren Aktivitäten an der Nachbeschaffung von Patriot-Systemen für Deutschland und an der von Deutschland bestellten TRML-4D-Radaren von Hensoldt mit insgesamt sieben Milliarden Norwegischen Kronen (umgerechnet rund 600 Millionen Euro) beteiligen will.
„Gemeinsam mit Deutschland sorgen wir nun dafür, dass die Ukraine leistungsstarke Luftabwehrsysteme erhält. Deutschland und Norwegen arbeiten sehr eng zusammen, um die Ukraine in ihrem Kampf zur Verteidigung des Landes und zum Schutz der Zivilbevölkerung vor russischen Luftangriffen zu unterstützen“, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

Schnelle Unterstützung der Ukraine
Deutschland hatte Anfang August angekündigt, die ukrainische Luftverteidigung mit zwei weiteren Feuereinheiten Patriot aus Beständen der Bundeswehr zu verstärken. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Abgabe an die Bedingung geknüpft, dass die Systeme schnell aus der Neuproduktion ersetzt werden. Diese Zusage liegt offensichtlich vor. Der Zeitplan des Ministeriums sieht vor, dass nach der sofortigen Lieferung von Werfern die restliche Systemanteile in den nächsten zwei bis drei Monaten übergeben werden.
Der Sensorik-Spezialist Hensoldt hat ebenfalls Anfang August über einen umfangreichen Auftrag zur Lieferung von Radarsystemen TRML-4D und Spexer 2000 im Wert von 340 Millionen Euro für die Luftverteidigung der Ukraine berichtet. Dieser Auftrag gehört offensichtlich auch zu den Projekten aus Deutschland, die Norwegen teilfinanziert.
Die norwegische Regierung verweist in dem Zusammenhang darauf hin, dass Deutschland einen Großauftrag über die Lieferung des Kurzstrecken-Luftverteidigungssystems Typhon-2 von Kongsberg an die Ukraine finanziert hat. Es handelt sich um ein kostengünstiges System und leistungsstarke Weiterentwicklung und Verbesserung von Typhon-1, von dem Norwegen im vergangenen Jahr zehn Systeme an die Ukraine abgegeben hat. Das System helfe, die Lücke zwischen der Kurz- und Mittelstrecken-Luftverteidigung zu schließen und bilden damit einen umfassenderen Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft. Der Beitrag Norwegens seien wichtige Komponenten von Typhon-2 aus den norwegischen Streitkräften.
Deutschland und Norwegen entlasten sich durch Kooperation
Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen zeigt, wie sich durch die Kombination aus Lieferung von Hardware und Finanzierung einzelner Projekte die Ukraine rasch unterstützen lässt, ohne die eigene Verteidigungsfähigkeit übermäßig zu belasten. Im Alleingang wäre das nicht möglich.
Gerhard Heiming

















