Deutschland liefert zwei weitere PATRIOT-Systeme an die Ukraine. Im Gegenzug erhält Deutschland neue Systeme aus US-Produktion. Pistorius: „Wir gehen erneut voran.“
Deutschland stellt der Ukraine kurzfristig zwei weitere PATRIOT-Systeme zur Verfügung. In einem ersten Schritt liefert die Bundeswehr in den kommenden Tagen zusätzliche Startgeräte (Launcher), in einem zweiten Schritt folgen innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate weitere Systemkomponenten. Ziel ist es, die ukrainische Luftverteidigung mit zusätzlichen PATRIOT-Batterien spürbar zu stärken.

Die nun vom Bundesministerium der Verteidigung veröffentlichte Entscheidung bringt Klarheit in eine Thematik, die Mitte Juli für Verwirrung gesorgt hatte. Damals berichtete Europäische Sicherheit & Technik über unterschiedliche Aussagen aus Berlin und Washington zur angeblich zugesagten Lieferung eines vierten Systems an die Ukraine – ohne dass Details bestätigt wurden. Mit der nun offiziell angekündigten Übergabe und dem damit verbundenen Tauschverfahren ist deutlich geworden, dass es sich offenbar um einen abgestimmten Prozess mit den USA handelt.
Pistorius: „Zusage von US-Seite ist da“
Demnach wird Deutschland im Gegenzug als erstes Land beschleunigt mit neu produzierten PATRIOT-Systemen der neuesten Generation beliefert. Diese werden aus den Fertigungskapazitäten des US-Herstellers entnommen, die ursprünglich für amerikanische Einheiten vorgesehen waren. Die Finanzierung trägt Deutschland.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte dazu: „Die Voraussetzung war, dass der US-Hersteller im Gegenzug schnellstmöglich neue PATRIOT-Systeme liefern wird, damit wir unseren NATO-Verpflichtungen auch weiterhin gerecht werden können. Diese Zusage von US-Seite ist da. Daher kann Deutschland der Ukraine zunächst mit Launchern und dann mit weiteren PATRIOT-Systemanteilen unterstützen.“
Deutschland geht erneut in Vorleistung
Die Luftverteidigung gilt weiterhin als Engpass. Deutschland hat bereits drei vollständige Systeme geliefert. Mit der aktuellen Entscheidung geht Berlin erneut in Vorleistung – auch mit dem Appell an andere Partner, ebenfalls Systeme bereitzustellen.
Die Bundeswehr wird ihre Beiträge zur integrierten NATO-Luftverteidigung sowie die Ausbildung der Flugabwehrraketentruppe trotz der Lieferung laut Ministerium uneingeschränkt sicherstellen.
Redaktion / jf


















