Nach Angaben aus Washington sollen in diesem Zeitraum Bombardierungen und weitere Angriffe ausgesetzt werden, sofern Iran die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnet.
Trump erklärte, es handle sich um eine beidseitige Feuerpause. Vermittelt worden sei die Vereinbarung demnach auch durch Pakistan. Ministerpräsident Shehbaz Sharif hatte zuvor auf einen Aufschub der angedrohten US-Angriffe gedrängt. Weitere Gespräche über ein mögliches längerfristiges Abkommen sollen nach pakistanischen Angaben am Freitag in Islamabad beginnen.
Aus Teheran kam ebenfalls Zustimmung. Der iranische Nationale Sicherheitsrat billigte die Waffenruhe, Außenminister Abbas Araghtschi kündigte zugleich eine Öffnung der Straße von Hormus an. Der Schiffsverkehr solle jedoch nur unter bestimmten technischen Einschränkungen wieder ermöglicht werden. Damit bleibt zunächst offen, wie reibungslos und in welchem Umfang die Passage tatsächlich wieder aufgenommen werden kann.
Internationale Schifffahrt atmet vorerst auf
Für die Schifffahrt wäre eine Stabilisierung in der Meerenge von erheblicher Bedeutung. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Nadelöhren für den globalen Öl- und Gastransport. Entsprechend aufmerksam verfolgt die Branche die politischen Signale aus Washington und Teheran.
Der dänische Reedereikonzern Maersk erklärte heute, die Waffenruhe könnte Transitmöglichkeiten in der Straße von Hormus eröffnen. Zugleich betonte das Unternehmen, dass dies noch keine vollständige maritime Sicherheit garantiere. Die Lage für die Handelsschifffahrt bleibe damit weiterhin angespannt.
Unterstützung für den diplomatischen Kurs signalisierte auch die Bundesregierung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte die zweiwöchige Waffenruhe und dankte Pakistan für die Vermittlung. „Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen“, so Merz in seinem Statement. Der Kanzler verwies dabei auch auf die Bedeutung der Verhandlungen für den Schutz der iranischen Zivilbevölkerung, die Stabilität in der Region und die Vermeidung einer schweren weltweiten Energiekrise. „Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten.“
Ob die nun vereinbarte Feuerpause in belastbare Verhandlungen mündet, bleibt allerdings offen. Nach iranischen Angaben bestehen bei zentralen Streitpunkten weiterhin erhebliche Differenzen, unter anderem bei Sanktionen, Reparationen und dem Umgang mit dem iranischen Atomprogramm.
Ölpreise brechen massiv ein
Nach der Abwendung einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg sind die Ölpreise deutlich unter die Marke von 100 Dollar zurückgefallen. Ob und wann davon auch die Autofahrer profitieren, hängt nun von vielen Faktoren ab. Die angekündigte Waffenruhe im Iran-Krieg hat die Ölpreise kräftig unter Druck gesetzt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 $ je Fass und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen.
Joshua Wygand / HANSA
















