Erstmals ist ein Schützenpanzer Puma in einem Transportflugzeug A400M transportiert worden. Das Lufttransportgeschwader LTG 62 hat am 9. Juli über den gemeinsamen Beladeversuch informiert, an dem die entsprechenden Fachbereiche von Luftwaffe, Heer, dem BAAINBw und dem Hersteller der Waffensysteme teilgenommen haben.
Vorbereitung des Puma
Mit dem Puma erreicht die A400M die Grenze ihrer Tragfähigkeit. Um die maximal zulässige Einzellast nicht zu überschreiten, musste der Puma auf die Schutzstufe A (airportable) abgerüstet werden. Dazu waren vor allem die modulare Zusatzpanzerung, das multifunktionale Selbstschutzsystem (MUSS) und die Reaktivpanzerung abzurüsten, um das Gewicht des Panzers von 43 Tonnen auf unter 32 Tonnen zu bringen. Das Ergebnis wurde vor Ort mit Radlastwaagen überprüft. Pro Kette sind 16,2 Tonnen zulässig, die durch extra angefertigte Lastverteilerplatten auf eine größere Bodenfläche abgeleitet wurden.

Beladung der A400M
Zwei Tage dauerte es, den Schützenpanzer abzurüsten und nachzuweisen, dass die zulässigen Gewichte nicht überschritten werden. Dann konnte die Beladung beginnen. Selbstfahren war zu gefährlich, deshalb wurde der Panzer mit der bordeigenen Winde der A400M in den Laderaum gezogen. Dabei war die A400M über hydraulisch ausfahrbare Stützen (Stabilizer Struts) abgestützt, um das Fahrwerk des Flugzeugs nicht zu überlasten.
Der Puma wurde an den vorher berechneten Haltepunkt gezogen und dort mit Ketten verzurrt. Dabei galt es, die begrenzte Anzahl von Anschlagpunkten des Puma und die Anschlagpunkte im Laderaum des A400M, die jeweils unterschiedliche Lasten aufnehmen können, so zu nutzen, dass die vorgeschriebenen Haltekräfte erreicht werden. Der Puma muss absolut fest mit dem Luftfahrzeug verbunden werden. Eine Lastverschiebung während des Starts oder der Landung könnte verheerende Folgen haben.

Testflug
Der folgende Testflug verlief dann eher unspektakulär und damit umso erfolgreicher, schreibt das LTG 62. Die hohe Zuladung sei keine besondere Herausforderung für den A400M und die erfahrenen Piloten gewesen.
Auswertung
Mit dem Belade- und Transportversuch wurde nicht nur der Nachweis der Transportfähigkeit des Puma in der A400M erbracht. Außerdem wurden die Randbedingungen für den Transport erarbeitet sowie der Ablauf der Verladung und die Verzurrung festgelegt. Die finale Freigabe zur Nutzung dieser Fähigkeit durch die Luftwaffe wird auf Basis dieser Daten durch das BAAINBw erteilt.
Mit diesen Vorgaben könnte eine solche Beladung nach Angabe des LTG 62 zukünftig von zwei Ladungsmeistern und einem Panzerfahrer, in circa zwei Stunden erfolgen.
Beladen mit dem Puma kann die A400M bis zu 3.300 Kilometer weit fliegen. Für den Transport eines Puma in der Schutzstufe C (combat) sind zwei Transportflugzeuge erforderlich. Zwei Puma könnten mit drei A400M transportiert werden.

Boxer in der A400M
Im August 2020 hat das LTG 62 einen Beladeversuch mit dem GTK Boxer durchgeführt. Dabei kam der Cargo Hold Trainer zum Einsatz. Der Boxer liegt mit seinem Gesamtgewicht ebenfalls über der maximal zulässigen Last der A400M. Daher musste er in Drive- und Missionsmodul zerlegt werden. Das rund 20 Tonnen schwere Drivemodul fuhr aus eigener Kraft in das maßstabsgerechte Modell des Laderaums der A400M und konnte dort sicher verzurrt werden. Das über 12 Tonnen schwere Missionsmodul wurde mit Flurförderzeugen als Beladung eines weiteren Fluges in den Cargo Hold Trainer verbracht. Abmessungen und Gewicht lassen den Transport von zwei Missionsmodulen als eine Ladung zu. Damit können, wie beim Puma, mit drei A400M zwei GTK Boxer transportiert werden.
Weiterentwicklung A400M
Im Juni 2025 hat Airbus über mögliche Weiterentwicklungen der A400M informiert (ESuT berichtete). Einer der Programmpunkte ist die Erhöhung der Nutzlast auf 40 Tonnen. Dann könnte ein Boxer pro Flugzeug transportiert werden. Für eine Puma in der Schutzstufe C wurde das noch nicht ausreichen.
Gerhard Heiming












