Am 18. März traf sich Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte und Vizepräsidentin der EU-Kommission, in London unter anderem mit den britischen Ministern für Auswärtiges, David Lammy, und für Verteidigung, John Healey, sowie mit dem britischen Generalstabschef, Admiral Sir Tony Radakin. „Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich“, so die estnische Politikerin nach den Treffen, „arbeiten eng zusammen, um eine größere Verantwortung für die Sicherheit unseres Kontinents zu schultern. Gemeinsam stellen wir sicher, dass die Ukraine die Unterstützung erhält, die sie benötigt, um sich verteidigen zu können.“

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas traf sich in London unter anderem mit dem britischen Verteidigungsminister John Healey. (Foto: UK MOD)

Die britische Seite spricht in diesem Zusammenhang von einer „neuen Ära“ in den Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union. Im Vorfeld des Treffens mit Kallas sagte der britische Außenminister Lammy: „Ein starkes und sicheres Großbritannien ist die Grundlage unseres ‚Plans für den Wechsel‘. Dies kann nicht erreicht werden, ohne unsere gemeinsame europäische Sicherheit zu stärken und gemeinsam mit unseren Partnern einen gerechten und dauerhaften Frieden zu gewährleisten.“ Damit bemüht sich die Labour-Regierung, sich sicherheitspolitisch so weit wie möglich vom Brexit zu distanzieren, der 2020 in Kraft trat.

Vorab betonte der britische Verteidigungsminister Healey: „Europas Sicherheit beginnt in der Ukraine. UK und EU sind vereint in unserer Entschlossenheit, die Ukraine mit der Feuerkraft zu unterstützen, die sie benötigen, um sich gegen die illegale Invasion Russlands zu behaupten.“ Verwiesen wurde in diesem Zusammenhang auch auf den Umstand, dass Großbritannien mit der Operation „Interflex“ und die EU mit ihrer militärischen Beratermission zugunsten des überfallenen Staates bisher zusammen mehr als 120.000 ukrainische Soldaten ausgebildet haben.

Dr. Gerd Portugall