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Die Versorgung mit Munition gehört zu den kritischen Prozessen im Abwehrkampf der Ukraine gegen die russische Aggression. Ausreichende Liefermengen können aus den abgesunkenen Beständen der Unterstützer und aus der begrenzten Produktionskapazität der Industrie kaum noch sichergestellt werden. Die Munitionsindustrie weltweit baut ihre Kapazitäten aus, um den stark gestiegenen Bedarf zu decken.

Die Nachfrage nach Artilleriemunition ist aktuell sehr hoch, schreibt Rheinmetall, sowohl für den akuten Bedarf der Ukraine wie auch zum Auffüllen der weitgehend leeren Munitionsdepots in Deutschland und anderen NATO- und EU-Staaten. Für das Jahr 2024 plane das Unternehmen nach einer massiven Kapazitätserhöhung insgesamt die Produktion von rund 700.000 Artilleriegeschossen an Fertigungsstätten in Deutschland, Spanien, Südafrika und Australien.

Die EU unterstützt die Bemühungen zu Munitionslieferungen an die Ukraine mit einem drei-Punkte-Plan. Demnach sollen die EU-Mitgliedstaaten Munition aus ihren Beständen liefern, die Munitionsindustrie ausgebaut werden und durch Rahmenverträge die Beschaffung erleichtert werden.

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155mm-Artillerie-Munition DM121 fertig zum Versand (Foto: Rheinmetall)

In dem Zusammenhang ist der Auftrag an Rheinmetall zur einer fünfstelligen Stückzahl kompletter Artilleriegranaten im Kaliber 155mm, also der kompletten Kombination aus Projektil, Zünder (für die Explosivladung), Treibladung und Primer (zum Zünden der Treibladung) zu sehen. Nach Angabe von Rheinmetall hat ein nicht näher bezeichneter NATO-Partnerstaat den 142-Millionen-Euro-Auftrag erteilt. Dessen erklärtes Anliegen sei es, den Verteidigungskampf der Ukraine wirksam und dauerhaft zu unterstützen.

Die Geschosse werden Rheinmetall zufolge beim Tochterunternehmen Rheinmetall Expal Munitions, dem jüngsten Zukauf Rheinmetalls in Spanien gefertigt. Die Auslieferung der Geschosse soll im Laufe des Jahres 2025 erfolgen. Zuvor (2024) erhält das Land bereits 40.000 Geschosse aus einer früheren Beauftragung.

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Darüber hinaus ist Rheinmetall im Oktober 2023 im Rahmen der Ukraine-Hilfe der deutschen Bundesregierung mit der Lieferung von mehr als hunderttausend 155mm-Geschossen – ebenfalls von Rheinmetall Expal Munitions – sowie von zusätzlichen DM 121-Sprenggeschossen beauftragt worden. Der Auftrag belief sich auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Von der Bundeswehr hält Rheinmetall derzeit mehrjährige Rahmenverträge zur Lieferung mehrerer hunderttausend Artilleriegeschosse im Wert von über eine Milliarde Euro.

Rheinmetall ist nach eigener Angabe weltweit größter Munitionshersteller vor allem auch im Bereich der Großkalibermunition und sieht durch die aktuelle Beauftragung seine Rolle in diesem Sektor unterstrichen.

Gwh / Redaktion