Laut einer Mitteilung der Kommission vom 29. Mai hat die Europäische Union hat im Rahmen einer Unterzeichnungszeremonie in Brüssel eine für den Betrieb des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo wichtige Bodenstation in Besitz genommen.
Durch ein bilaterales Abkommen zwischen EU und ESA sowie mit einem trilateralen Abkommen mit Belgien hat die EU die Bodenantenne RED-1 im belgischen Redu von der Europäischen Weltraumorganisation ESA übernommen. Sie wurde so Eigner einer Telemetrie-, Tracking- und Kontrollantenne des Galileo-Systems.
Zuständig für den operativen Betrieb ist EUSPA (European Union Agency for the Space Programme), die für das Raumfahrtprogramm, die europäischen Satellitennavigationsdienste Galileo und EGNOS und die damit in Verbindung stehenden Sicherheitsaufgaben verantwortliche Agentur verantwortlich ist.
Die Kontrolle über das Bodensegment ist von sicherheitspolitischer Relevanz. Mit der Übernahme verstärkt die EU ihren unmittelbaren Zugriff auf eine kritische Fähigkeit, die für Navigation, Zeitgebung und für Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastrukturen relevant ist. Zunehmende Spoofing-Vorfälle sind nicht nur für maritime Navigation und die zivile Luftfahrt eine wachsende Bedrohung. Die Manipulationsrisiken bei Satellitennavigationssignalen betreffen auch Infrastruktur und Zeitdienste.
Vor diesem Hintergrund ist die Übernahme der Anlage in Redu ein weiterer Schritt zu mehr europäischer Handlungsautonomie im Weltraum.
Hans Uwe Mergener


















