Wie das Verteidigungsministerium in Canberra am 7. April berichtet, ist der kanadische Premierminister Mark Carney bei seinem jüngsten Besuch in Australien über den aktuellen Stand der australisch-kanadischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Radarentwicklung informiert worden. Das nordamerikanische Land plant die Realisierung eines A-OTHR-Systems (Arctic Over-The-Horizon Radar) im Rahmen der Modernisierung des US-amerikanisch-kanadischen North American Aerospace Defense Command (NORAD).

Das A-OTHR reflektiert Radiowellen an der Ionosphäre, um bis zu 3.000 Kilometer entfernte Ziele zu erfassen.
Grafik: Canadian Department of National Defence

Dabei soll das von BAE Systems Australia modernisierte Überhorizont-Radarsystem Jindalee Operational Radar Network (JORN) eine zentrale Rolle spielen.

Australien versteht sich als weltweit führend bei Hochfrequenzwellen-OTHR.
Foto: Australian Department of Defence, M. Probert

BAE Systems Australia ist das größte Rüstungsunternehmen in Down Under. Beim künftigen A-JORN-OTHR-System arbeiten die beiden Verteidigungsministerien in Canberra und Ottawa eng zusammen. Das A-OTHR wird von offizieller kanadischer Seite als „größtes und empfindlichstes je entwickeltes System“ beschrieben.

Die im Ministerium in Canberra angesiedelte Capability Acquisition and Sustainment Group (CASG) hat eine Aufforderung zur Angebotsabgabe an BAE Systems Australia für Design, Produktion und Auftragsvergabe des A-OTHR-Systems ausgesprochen. Damit könnte die erste Stufe von Kanadas A-OTHR-Programm realisiert werden. Sollte es dazu kommen, wäre es – so das Ministerium in Canberra – das „größte Exportgeschäft im Verteidigungssektor in der Geschichte Australiens.“

Gerd Portugall