Rheinmetall liefert einem NATO-Kunden im nächsten Jahr mehrere hundert Systeme Loitering Munition (LM) des Typs HERO. Über den Auftrag mit einem Volumen im dreistelligen Millionen Euro-Bereich hat das Unternehmen am 26. November informiert. Die LM-Systeme werden in Italien von RWM Italia mit Unterstützung des israelischen Partners UVision Air Ltd. hergestellt.
HERO 120 für die Panzerabwehr
Rheinmetall hat in seiner Mitteilung weder den Kunden noch den genauen Typ der LM spezifiziert. Zur Ausrüstung heißt es lediglich: „Die bestellten HERO-Systeme sind mit der neuesten Generation von Hochleistungs-Panzerabwehrsprengköpfen ausgestattet, die von Rheinmetall entwickelt wurden.“ Letzteres lässt auf die HERO 120 schließen, die vom Hersteller als „Anti-Tank“ kategorisiert ist. Das bestätigt auch das mitgelieferte Bild.
Nach Angabe von Rheinmetall wiegt die HERO 120 rund 12 Kilogramm mit einem Gefechtskopf von 4,5 Kilogramm. Mit seinem elektrischen Antrieb kann die LM einen Bereich bis 40 Kilometer abdecken und bis 60 Minuten in der Luft bleiben, bevor sie mobile oder stationäre Ziele bekämpft. Sie kann von der Schulter oder einer Plattform (auch Hubschrauber) abgefeuert werden.

Drohnen, Loitering Munition und Drohnenabwehr im Portfolio
Bei RWM Italia werden in Serienfertigung neben der HERO 120 auch die HERO 30 (kleine, tragbare LM für den infanteristischen Einsatz) und die HERO 400 (mittel-/langstreckenfähige LM für Präzisionsangriffe gegen befestigte Stellungen) hergestellt. Die Produktion laufe auf Hochtouren, schreibt Rheinmetall. Zu den Kunden gehören mehrere europäische NATO-Staaten.
Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Drohnen und Loitering Munition für die moderne Kriegführung hat Rheinmetall nach eigener Angabe in diese Kampfmittel als auch deren Abwehr investiert. Zum Portfolio gehöre weiterhin die Aufklärungsdrohne LUNA NG und weitere Drohnen in unterschiedlichen Klassen.
Außerdem kooperiere das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld auch mit anderen namhaften Unternehmen, wie etwa Lockheed Martin, Anduril oder Auterion.
Im Bereich Drohnenabwehr sieht sich Rheinmetall führend und verweist auf Lösungen für die gesamte Sensor-to-Effector-Kette, also von der Detektion und Identifikation bis hin zur Bekämpfung durch Jammer, kanonenbasierte Flugabwehr („Skyranger“) oder Hochenergielaser.
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