Rheinmetall baut in Lettland die zweite Fabrik für 155-mm-Artilleriemunition im Baltikum. Der Technologiekonzern Rheinmetall und die vom lettischen Verteidigungsministerium gegründete State Defence Corporation haben in einem Memorandum of Understanding (MoU) die Gründung eines Joint Ventures zum Bau und Betrieb einer modernen Produktionsanlage für 155-mm-Artilleriemunition vereinbart. Das MoU wurde am 25. September in Hamburg im Beisein der lettischen Premierministerin Evika Siliņa unterzeichnet.

Für 275 Millionen Euro soll eine hochmoderne Fertigungsanlage entstehen mit Geschossschmiede und Füllanlage, in der 150 Arbeitsplätze geschaffen werden. In die Wertschöpfungskette werden Unternehmen vor Ort und die lokale Wirtschaft eingebunden. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2026 geplant. Ein Jahr später soll Produktionsstart sein. Die Jahreskapazität gibt Rheinmetall mit mehreren zehntausend Schuss an.

Zufriedenheit nach Unterzeichnung des MoU: (v.l.) Ingrīda Ķirse, (State Defence Corporation), Evika Silina (Premierministerin Lettland) , Armin Papperger (Rheinmetall) (Foto: Rheinmetall)

Beitrag zur Versorgungssicherheit

Premierministerin Silina sieht in dem MoU einen klarer Schritt zur Stärkung der Sicherheit Lettlands und zur Entwicklung der lettischen Verteidigungsindustrie. „Durch die Partnerschaft mit Rheinmetall stärkt Lettland nicht nur seine nationale Verteidigung, sondern trägt auch zur Versorgungssicherheit in Europa bei, stärkt die Industriekapazität und fördert das Wirtschaftswachstum,“ so Silina wörtlich.

Der Rheinmetall-CEO Armin Papperger ergänzte: „Wir freuen uns, einen Beitrag zur nationalen Souveränität Lettlands im Bereich der Munition leisten zu können. Gleichzeitig bauen wir mit der Fertigungsanlage unsere Position als weltweit führender Hersteller von Artilleriemunition aus.“ Papperger will vergleichbare Partnerschaften zur Munitionsfertigung auch in weiteren Ländern eingehen.

Europäisches Netzwerk für 155-mm-Artileriemunition

Der Bau des Munitionswerks in Lettland steht im Zusammenhang mit der Rheinmetall-Strategie zum Aufbau eines europäischen Netzwerks zur Produktion insbesondere von stark nachgefragter 155-mm-Artilleriemunition. Dazu gehören u.a. neue Munitionsfabriken in Deutschland, Litauen, Ungarn, der Ukraine und der Ausbau der Fertigung in Spanien nach Übernahme von Expal.

In Litauen beginnt nach einem Auftrag aus 2024 in wenigen Wochen der Bau einer modernen Munitionsfertigung für Artilleriegeschosse. Die Anlage entspricht in der Größe wie auch der Konzeption dem für Lettland vorgesehenen Werk.

In Unterlüß hat Rheinmetall am 28. August das „Werk Niedersachsen“ zur Herstellung von Artilleriemunition in Deutschland in Betrieb genommen. offiziell eingeweiht. Mit modernen Produktionslinien in diesem Jahr 25.000, im nächsten Jahr 140.000 und ab 2027 jährlich 350.000 Schuss 155-mm-Artilleriemunition hergestellt werden.

gwh