Nach der Erstbeschaffung einer Feuereinheit des Luftverteidigungssystems (LVS) IRIS-T SLM im Januar 2024 beschafft Slowenien nun zwei weitere Feuereinheiten, teilte der Hersteller Diehl Defence am 1. August mit. Demnach bestehen die Systeme aus den Komponenten Radar, Gefechtsstand und entsprechenden Startgeräten sowie IRIS-T SLM Lenkflugkörpern Zudem wurde logistische Unterstützung sowie die Lieferung von Unterstützungselementen wie mobile Werkstatt-, Ersatzteil- und Nachladefahrzeuge vereinbart. Nach Insiderinformationen soll die Lieferung 2026 erfolgen.

Slowenien beschafft die LVS im Rahmen der 2022 von der Bundesregierung ins Leben gerufene European Sky Shield Initiative (ESSI) über einen standardisierten Kaufvertrag, den das BAAINBw im Juli im Auftrag und mit Vollmacht der Republik Slowenien unterzeichnet hat.

Diehl bewertet die Folgebeschaffung als ein starkes Signal, nicht nur für die hervorragende Leistung des Systems, sondern auch für die ausgezeichnete Kundenbeziehung zwischen Diehl Defence und dem slowenischen Projektteam.

European Sky Shield Initiative (ESSI)

Beschaffungen innerhalb von ESSI unter dem vertraglichen Rahmen des BAAINBw ermöglichen einen schnelleren Beschaffungsprozess sowie in Zukunft große Synergieeffekte in den Bereichen Training, Wartung und Logistik, wovon ESSI-Kunden profitieren, schreibt Diehl. Mittlerweile sind 24 Mitgliedsstaaten Teil der European Sky Shield Initiative. Ziele von ESSI sind die Interoperabilität der Nationen mit der NATO zu verbessern und Synergien durch gemeinsame Beschaffungen herzustellen.

Mittlerweile umfasst die IRIS-T-Familie nach Angabe von Diehl 21 Nutzerländer: sie haben den Luft-Luft-Lenkflugkörper IRIS-T oder eines der Diehl Defence IRIS-T bodengebundenen Luftverteidigungssysteme (Ground based Air-Defence, GBAD) bereits beschafft oder deren Beschaffung beauftragt und verlassen sich damit auf die hervorragende Performance der IRIS-T-basierten Produkte.

Aus dem senkrechten Werfer mit bis zu acht IRIS-T-Raketen kann das Luftverteidigungssystem in alle Richtungen wirken. (Foto: Diehl Defence)
Aus dem senkrechten Werfer mit bis zu acht IRIS-T-Raketen kann das Luftverteidigungssystem in alle Richtungen wirken. (Foto: Diehl Defence)

Luftverteidigungsstandard IRIS-T SL

IRIS-T SL entwickelt vor allem durch ESSI zum Luftverteidigungsstandard in Europa. Seit Bestehen der Initiative haben acht der Mitgliedstaaten (in der Reihenfolge der Bestellungen: Deutschland, Estland, Lettland, Slowenien, Bulgarien, Schweden, Dänemark und die Schweiz) insgesamt mindestens 45 IRIS-T Feuereinheiten zur Lieferung bis 2030 bestellt. Wegen nicht eindeutiger Zahlenangaben und vereinbarter Optionen kann sich die Zahl auf 54 erhöhen. Hinzu kommen weitere zwei IRIS-T SLS, die Schweden schon von ESSI erhalten hat.

Die Ukraine als aktuell größter Betreiber von LVS IRIS-T ist nicht Mitglied von ESSI, kooperiert aber eng mit ESSI-Staaten. Die 17 von Deutschland finanzierten IRIS-T-Systeme sind aber der Initiative zuzurechnen.

Bei weiteren fünf der ESSI Mitgliedsländer (Griechenland, Italien, Litauen, Österreich und Spanien) sind die Überlegungen zur Beschaffung von IRIS-T SL weit gediehen.

 

 

 

Land Typ Bestelldatum bestellt erhalten Lieferung bis
Ukraine SLS

SLM

06/2022

06/2022

9

8

8 2026
Deutschland SLM 06/2023 6 1 2027
Estland SLM 09/2023 2 bis 4 2025
Lettland 09/2023 3 bis 4 2026
Slowenien SLM

SLM

01/2024

07/2025

1

2

2026
Bulgarien SLM

SLM

SLX

08/2024 1

Optionen 5
1

Schweden SLS

SLM

03/2013

06/2025

2

7

2

 

 

2030

Dänemark SLM 07/2025 1
Schweiz SLM 07/2025 5 2027
Spanien
Italien
Griechenland
Litauen
Österreich
Gesamt 47 bis 50

Option 6

 

Gerhard Heiming