Wie das Londoner Verteidigungsministerium (MoD) vergangene Woche berichtet hat, wird Großbritannien für seine Streitkräfte in den kommenden Jahren eine Strahlenwaffe entwickeln, die als „Game-Changer“ betrachtet wird. Mithilfe von gebündelten Radiowellen soll feindliche Elektronik ausgeschaltet und ganze Drohnenschwärme auf einmal vom Himmel geholt werden können.
Eine solche vielseitige Gebündelte Radiofrequenz-Strahlenwaffe (RFDEW) soll in der Lage sein, Bedrohungen auf Land, in der Luft und auf See entdecken, verfolgen und bekämpfen zu können. Effektoren würden demnach Ziele bis zu einer Entfernung von einem Kilometer zerstören, wobei die Reichweite noch vergrößert werden soll. Aufgrund der Automation soll das System nur einen einzigen Bediener benötigen. Angeblich verursacht ein einzelner Strahlen-„Schuss“ Kosten von nur 10 Pence (12 Cent) und ist damit um ein Vielfaches günstiger als Flakgeschosse und erst recht als Lenkflugkörper.
Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den beiden MoD-Einrichtungen Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) mit Sitz in Porton Down und Defence Equipment & Support (DE&S) mit Sitz in Bristol sowie aus Vertretern der britischen Industrie, will RFDEW im Rahmen des Projekts „Hersa“ entwickeln.

Foto: DE&S
„Der Krieg in der Ukraine“, so Beschaffungsstaatssekretär James Cartlidge, „hat uns die Bedeutung von unbemannten Systemen aufgezeigt, aber wir müssen auch in der Lage sein, uns gegen sie zu wehren. Während wir unsere Verteidigungsausgaben in den kommenden Jahren steigern, wird unsere Drohnenverteidigungsstrategie sicherstellen, dass wir an der Spitze dieser Kriegsführungsentwicklung stehen.“ Paul Hollinshead, Leiter des DSTL, ergänzte: „Weltklassefähigkeiten wie diese sind nur möglich wegen Jahrzehnten der Forschung, Expertise und Investitionen in Forschung und Technologie im DSTL und unseren Industriepartnern im Vereinigten Königreich.“
Hintergrund
Laut Ministry of Defence soll RFDEW einen Beitrag dazu leisten, die britische Verteidigungsindustrie auf einen „Kriegszustand“ vorzubereiten, nachdem Premierminister Rishi Sunak im vergangenen Monat bereits angekündigt hat, den Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt bis 2030 auf 2,5 Prozent erhöhen zu wollen. Zuvor hatte das MoD am 22. Februar die zehnseitige „Defence Drone Strategy“ veröffentlicht.













