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Am 18. Mai gab das französische Verteidigungsministerium bekannt, dass das Transportflugzeug A400M Atlas nun in der Lage ist, Fallschirmjäger durch die Seitentüren des Flugzeugs abzusetzen. Die operationelle Freigabe dieser „neuen“ Fähigkeit ist ein weiterer Schritt und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Ausbau aller Fähigkeiten des A400M. Das Absetzen von Fallschirmjägern ist eine der wichtigsten Aufgaben dieses Transportflugzeuges im taktischen Bereich.

Das erste operationelle Training für das Absetzen von Fallschirmjäger im automatische Absetzverfahren (Aufziehleine) durch die Seitentür fand nach französischen Angaben bereits am 12. Mai statt. Diese Übung wurde in der Schule für Luftlandetruppen (in Pau) mit einem A400M der Luftwaffe und Fallschirmjägern des Heeres durchgeführt.

Französische A400M darf nun Fallschirmjäger durch Seitentüren absetzen

Das Absetzen von Lasten und Freifallern über die Rampe wurde für die Truppe bereits im Februar freigegeben. Jetzt wurde das Verfahren zur Massenabsetzung von Luftlandetruppen nachgezogen. Diese Einsatzfreigabe ermöglicht nun das Absetzen von 30 Fallschirmjägern durch eine Seitentür des A400M. Die nächsten Schritte werden die Erweiterung der Absetzhöhe und die Vergrößerung der Anzahl der Fallschirmjäger sein. Das gleichzeitige Absetzen aus beiden Seitentüren wird voraussichtlich im nächsten Jahr genehmigt werden, so die französischen Streitkräfte.

Mit 30 Fallschirmjägern aus einer Tür ist man aber nach wie vor weit vom eigentlichen Ziel entfernt. Je nach Nutzernation soll pro Maschine das Absetzen von 106 bis zu 116 Fallschirmjägern möglich sein, dann gleichzeitig aus beiden Seitentüren. Das deutsche Heer hat als Forderung das Absetzen einer Kompanie mit 106 Soldaten ins Lastenheft des A400M geschrieben.

Bereits im Oktober 2019 vermeldeten die Rüstungsabteilung des französischen Verteidigungsministeriums (DGA) und Airbus den Absprung von 80 französischen und belgischen Fallschirmjägern aus beiden Türen eines A400M in nur einem Anflug. ESuT.de berichtete. Damals handelte es sich „nur“ um eine Flugtestkampagne. Jetzt wurde die offizielle Freigabe zur Nutzung, bisher nur für eine kleinere Gruppe, erteilt. Ziel war es, bis Mitte 2020 die volle Zertifizierung für das Absetzen zu erreichen, d.h. 116 Springer in einem Anflug und aus beiden Türen sowie die Zertifizierung für den gemischten Einsatz. Dieses Ziel soll jetzt 2021 erreicht werden.

André Forkert