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Widerspruch erhielt Generalmajor Gert Friedrich Nultsch, Vizepräsident BAAINBw, heute während des DWT-Symposiums „Perspektiven Wehrtechnik 2020“ durch die Abteilungsleiter BMVg Führung Streitkräfte, Generalleutnant Markus Laubenthal, und Ausrüstung, Vizeadmiral Carsten Stawitzki. Die Rüstung rein nach Bedarf habe sich nicht bewährt.

„Wir müssen weg von der Just in Time Logistik hin zur Bevorratung“, forderte Laubenthal. Die Beschaffung auf Vorrat habe sich während der gesamten Existenz der Bundeswehr bewährt, während die Beschaffung nach Bedarf für den aktuellen Zustand der Bundeswehr verantwortlich sei. „Ich brauche einen Puffer, um die Lücke zu schließenzwischen der Einsatzbereitschaft für die verschiedenen Anforderungen – Einsätze, Übungen – und dem etwas verhaltenen Beschaffungsprozess – Generalmajor Nultsch sprach von vier Jahren – bis das Gerät vor Ort ist“, betonte Laubenthal.

Laubenthal bezeichnete als Beispiel die Ausstattung für die VJTF 2023 als „Trauma“. Bezogen auf zukünftige VJTF oder ähnliche NATO-Verpflichtungen sagte Laubenthal: „Das Modell für die Zukunft muss sein, dass es uns aus der Grundaufstellung gelingt und danach das Gerät auch in der Truppe belassen wird.“ Für die VJTF 2019 wurde hingegen das Gerät aus der Truppe zusammengesucht, einzelnen Einheiten entzogen oder kurzfristig schnell beschafft. „Bei der VJTF 2019 haben wir einzelnes Gerät aus der Industrie direkt auf die Fähre gebracht. Es gab keine Ausbildung. Das kann man vielleicht mal für eine Übung machen, aber nicht für eine schlagkräftige NATO-Truppe.“

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„Das zweite Trauma von VJTF 2019 war, dass wir nicht genug Bekleidung hatten. Wir hatten nicht genug Nachtsichtsätze. Das war schlecht.“ Laubenthal plant zudem, das Gerät, das der VJTF 2023 zur Verfügung steht, auch danach in diesen Truppenteilen zu belassen. „Wir wollen zu einer tatsächlichen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr kommen, wo alle ausgerüstet sind und wir niemandem mehr etwas wegnehmen müssen.“

Dorothee Frank