Print Friendly, PDF & Email

Saab Defense und Raytheon haben eine erste Testserie der neuen lenkbaren Munition für die schultergestützte Mehrzweckwaffe Carl Gustaf M4 erfolgreich durchgeführt. Wie die Unternehem am 31. Oktober 2019 mitteilten, fanden die Versuche mit dem Semiaktiven Laser-Steuerungssystem im September und Oktober in Karlskoga/Schweden und Sierra Blance/Texas statt. Saab und Raytheon kooperieren seit 2017 gemeinsam an dem Vorhaben der neuen lenkbaren Munition. Die soll sich aus beengten Umgebungen heraus auch gegen bewegliche Ziele einsetzen lassen und eine Reichweite von rund 2.000 Metern und mehr haben.

Foto: Saab / Raytheon

In Karlskoga wurden drei der neuen Lenkflugkörper verschossen – zwei gegen statische und einer gegen ein bewegliches Ziel. Letzterer traf im Semi-Active Laser-Guidance-Verfahren  ein sich mit 25 km/h bewegendes Ziel in der Größe eines Geländewagens auf eine Entfernung von 1.800 Metern. Weiterhin präsentierten die Unternehmen andere mögliche Suchkopftechnologien wie beispielsweise abbildender Infrarot-Suchkopf als weitere mögliche Optionen für die neue Munition. Ebenso wurden dynamische Versuche mit Gefechtsköpfen gegen verschiedene Ziele durchgeführt.

Videomaterial der Erprobung (Video: Saab via Twitter)

Die Ende der 1940er Jahre entwickelte „Carl Gustaf“ im Kaliber 84 mm ist bei über 40 Nationen im Einsatz. Saab Defence hat im Oktober 2014 die neueste Generation Carl Gustaf M4 vorgestellt. Dank der umfangreichen Munitionspalette, die sich aus dem mit Feuerleitvisieren bestückbarem Werfer verschießen lässt, eignet sich die „CGM4“ für nahezu alle Zielszenarien. Die US-Streitkräfte haben bereits die Carl Gustaf Generation 3 als “M3 Multi-Role Anti Armor Anti Personnel Weapon System (MAAWS)” im Einsatz und führen die CGM4 als M3E1 ein. Weiterhin forderten sie eine neue lenkbare Munitionssorte. Diese verleiht der vielseitigen schultergestützten Waffe noch mehr taktische Flexibilität.

Jan-Phillipp Weisswange