Die komplexen Systeme, die wir haben, wie z.B. den Eurofighter, kann man nicht von der Stange kaufen. (Foto: Bundeswehr)
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(Foto: Bundeswehr)

Am 18. September 2018 haben der Chief of the Air Staff der Royal Air Force (RAF), Air Chief Marshal Sir Stephen Hillier, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, in London eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beim Betrieb und der Weiterentwicklung des Eurofighters, das sogenannte Eurofighter Interoperability Enhancement Programm, unterzeichnet. Die Zusammenarbeit soll sich auf vier Bereiche erstrecken:

  • Ausbildung und Übungen: Ziel ist es, das Wissen und die Erfahrungen über den Betrieb und den Einsatz des Eurofighters zu teilen. Ein Vehikel dafür ist zunächst ein Personalaustausch, bei dem deutsche Flugzeugführer bei der RAF in Conningsby und englische bei der Luftwaffe in Laage ausgebildet und danach u.U. auch in anderen Eurofighter-Geschwadern eingesetzt werden sollen.
  • Twinning: Dem gleichen Ziel dient das sogenannte Twinning, bei dem zwei gleichartige Geschwader (Zwillinge), (zunächst?) die beiden Ausbildungseinrichtungen Conningsby und Laage in einer Partnerschaft zusammenarbeiten sollen.
  • Logistische Zusammenarbeit: Durch Annäherung der logistischen Verfahren und Arbeitsweisen soll erreicht werden, dass deutsche und britische Eurofighter-Kontingente bei Übungen und Einsätzen enger zusammenarbeiten können, was zur Steigerung der Effizienz und zur Verringerung des zu verlegenden logistischen Personals und Materials (Footprint) führen soll.
  • Weiterentwicklung: Die RAF und die Luftwaffe wollen Anforderungen und Maßnahmen in Hinsicht auf erforderliche Obsoleszenzbeseitigung und den weiteren Fähigkeitsaufwuchs besser miteinander abstimmen, um Kosten zu sparen und die Interoperabilität der beiden Luftfahrzeugflotten zu verbessern.

Insgesamt bewertet die Luftwaffe die Unterzeichnung des Eurofighter Interoperability Enhancement Programms als einen wertvollen Schritt in eine gemeinsame Zukunft mit der Royal Air Force. Das Programm kann auch als ein Beitrag dazu gesehen werden, die britisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung vor möglichen negativen Auswirkungen des Brexits zu bewahren.

Ulrich Renn

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