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Die Luftstreitkräfte des Bundesheeres werden vorerst weiter Eurofighter fliegen. Dies teilte die österreichische Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit. Die Alpenrepublik hat derzeit 15 Maschinen der Tranche 1 in Nutzung. Sie sollen jetzt doch so lange im Einsatz bleiben, wie der aktuelle Vertrag mit Airbus läuft. Hauptgrund sind wohl zu hohe Kosten, sollte man aus dem laufenden Vertrag mit Airbus aussteigen.

Österreich hatte 2003 für rund 1,75 Milliarden Euro den Eurofighter gekauft. Aus Kostengründen wurde die geplante Anzahl von 24 Flugzeugen – mit Optionen bis zu 30 – bereits stark reduziert. Die jetzigen Maschinen wurden zwischen 2007 und 2009 ausgeliefert und standen seitdem fast durchgängig in der Kritik. Außer den technischen Herausforderungen zu Beginn der österreichischen Eurofighter-Ära kritisierte die Luftwaffe vor allem die zu hohen Betriebskosten. Offiziell wurden Kosten von 73.000 US-Dollar pro Flugstunde genannt. Dies bestritt Airbus allerdings vehement. Hinzu kamen dann noch jahrelange juristischer Querelen in der sogenannten Eurofighter-Affäre wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der Vergabe der Kampfflugzeuge.

Gleichzeitig werden die noch vorhandenen 12 Saab 105 OE ab 2021 ausgemustert. Sie wurden seit 1970 ausgeliefert. Nachfolger wird es für die betagten Luftfahrtzeuge nicht geben. Die Saab 105 OE werden parallel zum Eurofighter für die Luftraumüberwachung und für die Ausbildung von Piloten genutzt. Die Pilotenausbildung wird ins Ausland verlegt, die Luftraumüberwachung dann ausschließlich mit dem Eurofighter durchgeführt. Derzeit können nach Aussagen aus dem Wiener Verteidigungsministerium rund zehn Stunden Einsatzbereitschaft pro Tag für die Luftraumüberwachung sichergestellt werden, wobei 94 Prozent durch die Eurofighter abgedeckt werden und sechs Prozent durch die Saab 105.

Österreich fliegt weiter Eurofighter
Österreich fliegt weiter Eurofighter

Verteidigungsministerin Tanner will auch weiterhin alle Rechtsmittel ausschöpfen, um aus dem Eurofighter-Vertrag früher aussteigen zu können von Eurofighter entschädigt zu werden. „Bis zur endgültigen Entscheidung der Justiz werden keine Entscheidungen in Bezug auf die Luftraumüberwachung getroffen, die die Position Österreichs gegenüber Eurofighter verschlechtern würden“, so die Verteidigungsministerin. Sie gab aber nicht bekannt, wann der laufende Vertrag mit Airbus endet. Nach offiziellen Angaben haben die Maschinen noch rund zwei Drittel ihrer Nutzungszeit in Österreich vor sich.

André Forkert