Deutschland hat weitere Joint Strike Missiles (JSM) beim norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg bestellt. Einer Kongsberg-Mitteilung vom 18. Mai zufolge hat der neue Vertrag ein Volumen von rund 3,5 Milliarden norwegischen Kronen (rund 320 Millionen Euro) und dient der Bewaffnung deutscher Lockheed Martin F-35 Lightning II-Kampfflugzeuge. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am 3. Dezember 2025 die Haushaltsmittel dafür freigegeben.

Deutschland hatte sich bereits 2025 als fünftes Land für die JSM entschieden – neben Norwegen, Japan, Australien und den USA – und als erste Tranche Flugkörper für 564 Millionen Euro bestellt. Die Beschaffung erfolgt als Regierungsgeschäft zwischen Norwegen und Deutschland, wobei die norwegische Beschaffungsbehörde NDMA als Vertragspartner auftritt.

Die Auslieferungen sind mit dem Eintreffen der F-35 in Deutschland synchronisiert. Dementsprechend werden die ersten JSM 2027 2027 erwartet.

Für die F-35 Lightning II-Kampfflugzeuge beschafft die Bundeswehr rund 300 Joint Strike Missiles von Kongsberg. (Foto: Kongsberg)

Technische Daten

Die JSM gilt als moderner Präzisions-Lenkflugkörper für den Einsatz gegen Land- und Seeziele und wurde speziell für die interne Waffenaufnahme der F-35 entwickelt. Der vier Meter lange Flugkörper wiegt 416 Kilogramm. Das F-415 Turbofan-Triebwerk ermöglicht hohe Unterschallgeschwindigkeit (Mach 0,9) und eine Reichweite – je nach Flugprofil – über 500 Kilometer. Die Navigation erfolgt durch GPS-unterstützte Trägheitsnavigation (INS) sowie Geländekonturen-Abgleich (TERCOM) und findet den Weg auch bei starker elektronischer Störung. Der 120kg-Gefechtskopf ist mit einem Verzögerungszünder ausgestattet, der den Spreng- und Splitterkopf nach dem Eindringen in gepanzerte oder verbunkerte Ziele zur Wirkung bringt.

Beschaffungsumfang

Mit der neuen Bestellung baut Deutschland seine Einsatzbereitschaft und Bewaffnungskapazitäten für die F-35-Flotte weiter aus. Stückzahlen für die Beschaffung haben weder die Bundeswehr noch Kongsberg bekanntgegeben. Der Stückpreis der JSM wird auf 2,5 bis 3,5 Millionen Euro geschätzt. Damit wird der Beschaffungsumfang in der Größenordnung von 300 Flugkörpern liegen.

Kongsberg betonte zudem die wachsende deutsch-norwegische Verteidigungskooperation. Neben der JSM arbeiten beide Länder bereits bei den U-Booten des Typs 212CD, ferngesteuerten Waffenstationen sowie an einem neuen überschallschnellen Marschflugkörper gemeinsam mit Diehl Defence und MBDA zusammen.

Gerhard Heiming