Saab hat mit der Bolide 2 eine neue Flugabwehrrakete für das Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem RBS 70 NG vorgestellt. Die neue Lenkwaffe verfügt über einen größeren Gefechtskopf der mit 50 Prozent mehr Sprengstoff und ca. 40 Prozent höherer Fragmentierungswirkung. Das steigert die Wirksamkeit gegen kleine Drohnen. Die Flugeigenschaften werden durch eine integrierte Trägheitsnavigationseinheit (IMU) verbessert, die die Treffgenauigkeit gegen manövrierfähige Zeile erhöht. Modulares Design erleichtert zukünftige Modernisierungen.

Störsichere Laserlenkung

Bolide 2 nutzt weiterhin die störsichere Laserlenkung des RBS-70-Systems, die als besonders widerstandsfähig gegen elektronische Gegenmaßnahmen gilt. Damit bleibt das System auch in modernen Bedrohungsszenarien effektiv einsetzbar. Nach Angaben von Saab wird die neue Rakete ab 2027 ausgeliefert und künftig die Standardmunition für das RBS 70 NG bilden.

Die neue Rakete kann sowohl aus den aktuellen RBS-70-NG-Systemen als auch aus älteren Generationen abgefeuert werden. Dadurch können bestehende Nutzer ihre vorhandenen Systeme weiterverwenden und gleichzeitig von den Leistungssteigerungen profitieren.

Der Flugkörper Bolide 2 kann aus allen Abschussgeräten RBS 70 eingesetzt werden. (Foto: Saab)

Erfolgreiche Testabschüsse

Saab betont insbesondere die höhere Wirkung des neuen Gefechtskopfes sowie die Fähigkeit, flexibel auf zukünftige Luftbedrohungen reagieren zu können. Neben dem klassischen schultergestützten Einsatz gewinnt laut Unternehmen auch die Integration auf Fahrzeugplattformen zunehmend an Bedeutung.

Im Rahmen der Entwicklung wurden bereits mehrere erfolgreiche Testabschüsse durchgeführt. Mit Bolide 2 stärkt Saab die Fähigkeiten des weltweit eingesetzten RBS-70-Systems und reagiert auf die steigenden Anforderungen moderner Luftverteidigung im Nah- und Nächstbereich.

Gerhard Heiming