Print Friendly, PDF & Email

Saab hat das “Artilleriejagd-Radar” ARTHUR (ARTillery HUnting Radar) zur Version D weiterentwickelt, wie das Unternehmen auf der von Omega Conferences and Events in Bristol abgehaltenen Fachkonferenz „Future Indirect Fires“ (10./11. März 2020) mitteilte.

Das mobile Überwachungsradar kann mit einem Öffnungswinkel von 120 Grad den Abschuss von Artillerie- und Mörsergranaten sowie Artillerieraketen erkennen, das Kaliber bestimmen und die voraussichtliche Flugbahn berechnen. Für den berechneten Treffpunkt soll nach Firmenangaben der zirkulare Fehler (CEP) unter 0,15 Prozent der Schussweite betragen. Die Entdeckungsreichweite liegt zwischen 0,8 und 100 km und kann möglicherweise bis auf 200 km anwachsen. Gleichzeitig können mehr als 100 Ziele verfolgt werden.

Im oben beschriebenen „Weapon Location“-Modus klärt ARTHUR feindliches Artilleriefeuer auf und ermöglicht Warnung/Schutz der eigenen Truppe sowie Gegenmaßnahmen. Im „Fire Direction“-Modus können die Daten unmittelbar zur Feuerleitung bei der Bekämpfung genutzt werden.

Grundlage dafür ist eine passive elektronisch geschwenkte Radar-Matrix in Galliumnitrid (GaN)-Technik mit 3.480 virtuellen Sende-/Empfangsmodulen im C (G/H) Band. ARTHUR ist als mobiles Radar ausgelegt, und ist seit seiner Einführung 1994 mit verschiedenen Rad- und Kettenfahrzeugen beweglich gemacht worden.

Auf der „Future Indirect Fires“-Konferenz hat Saab auf die Integration des inklusive der Energieversorgung, Steuerelektronik und Kommunikation rund zwei Tonnen schweren Radars in das GTK Boxer verwiesen. Zu den elf ARTHUR-Nutzerländern gehört Großbritannien, die demnächst den Boxer einführen. Vielleicht ergibt sich ja da eine interessante Perspektive.

Gerhard Heiming

Teilen