Der finnische Rüstungskonzern Patria und Lettland haben ein umfassendes Life-Cycle-Support-Abkommen (LCS) für die gepanzerten Patria 6×6-Fahrzeuge der lettischen Streitkräfte abgeschlossen. Das Abkommen ergänzt einen bereits 2024 geschlossenen Vertrag zum Life-Cycle-Management (LCM) des Common Armoured Vehicle System (CAVS), an dem mehrere europäische Staaten beteiligt sind.

Für die CAVS-Fahrzeuge der lettischen Streitkräfte ist die logistische Unterstützung dauerhaft geregelt. (Foto: Patria)

Lettische Industrie in die logistische Unterstützung eingebunden

Der neue Vertrag legt speziell für Lettland fest, wie Wartung, Instandhaltung, Ersatzteilversorgung und weitere Unterstützungsleistungen organisiert werden. Ziel ist es, die langfristige Einsatzbereitschaft der 6×6-Fahrzeugflotte der Latvian National Armed Forces sicherzustellen. Gleichzeitig bündelt die Vereinbarung alle nationalen und herstellerseitigen Unterstützungsleistungen unter einem gemeinsamen Vertragsrahmen.

Ein wichtiger Bestandteil ist die enge Einbindung der lettischen Industrie. Seit 2022 werden Fahrzeuge bereits lokal montiert, 2025 wurde zudem ein Programm zum Technologietransfer für Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) abgeschlossen. Zusätzlich wird ein nationales Ersatzteillager aufgebaut, das sowohl den normalen Betrieb als auch Krisensituationen abdecken soll. Dadurch soll die Versorgungssicherheit für Lettlands gepanzerte Fahrzeuge deutlich verbessert werden.

CAVS-Fahrzeuge in sieben Ländern

Das CAVS-Programm, das von Finnland initiiert wurde, umfasst inzwischen sieben Länder: Finnland, Lettland, Schweden, Deutschland, Dänemark, das Vereinigte Königreich und Norwegen. Die Fahrzeuge werden teilweise auch in der Ukraine eingesetzt. Das Programm setzt stark auf industrielle Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmerstaaten und soll langfristig eine gemeinsame europäische Plattform für geschützte Radfahrzeuge schaffen.

Gerhard Heiming