Der australische Hersteller elektronischer C-UAS-Technologie DroneShield wird künftig auch in Europa produzieren und ein European Centre of Excellence einrichten. Das gab das Unternehmen in der vergangenen Woche (11.03.2026) an seinem europäischen Firmensitz in Amsterdam bekannt.
Damit machen die Australier einen großen Schritt nach vorn. Sie setzen dabei auf die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen und etablierten europäischen Hersteller und beginnen mit der Fertigung in Europa. Das umfasst schlüsselfertige Produkte genauso wie Leiterplattenproduktion und -bestückung, Präzisionsbearbeitung, Kabel- und Kabelbaumfertigung und damit verbundene Montage- und Testarbeiten. Erste Auslieferungen sind für Mitte des Jahres geplant. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit hat DroneShield eine überwiegend EU‑basierte Lieferkette aufgebaut, die weiter ausgebaut werden soll. Das europäische Werk ist die einzige Produktionsstätte des Unternehmens außerhalb Australiens.
DroneShield ist in den vergangenen zwei Jahren von etwa hundert auf über vierhundert Mitarbeiter gewachsen, viele davon Ingenieure in Forschung und Entwicklung. Ihre Produkte umfassen „Dismounted“ (tragbar), „On‑the‑Move“ (fahrzeuggebunden), „Fixed Site“ (stationär) und C2‑Software mit KI-Unterstützung und Sensorfusion. Sie decken damit die komplette Counter‑UAS‑Kette ab.

Großer Bedarf an ausgereifter C-UAS-Technologie Made in Europe
In Europa ist spätestens mit dem russländischen Überfall auf die Ukraine vor vier Jahren der Bedarf an ausgereifter C-UAS-Technologie, die außerdem nicht in den USA gefertigt wird und mit eigenen Lieferketten auch neue Abhängigkeiten vermeidet, stark gestiegen.
Vom Aufbau der neuen Fertigungslinie verspricht sich DroneShield eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit bei Beschaffungsämtern in der EU, die zunehmend auf souveräne Fähigkeiten, Produktion und belastbare Lieferketten innerhalb Europas setzen. Dadurch kann DroneShield einerseits diese Anforderungen erfüllen ist andererseits auch in der Lage, skalierbar und mit verkürzten Lieferzeiten gegenüber Lieferungen aus Australien produzieren.
DroneShield kündigte außerdem die Gründung seines European Centre of Excellence an, das regionale Produktion, Forschung und Entwicklung, Tetst und Ausbildung unterstützen soll. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit den größeren EU-Verteidigungsvorhaben wie dem ReArm Europe Plan / Readiness 2030 Initiative.
Der Aufbau einer Counter‑UAS‑Produktion in Europa ist Teil von DroneShields weltweiter Fertigungserweiterung, die darauf abzielt, die gesamte jährliche Produktionskapazität des Unternehmens von Gütern im Wert von rund 500 Millionen US‑Dollar im Jahr 2025 auf eine Wertschöpfung von voraussichtlich 2,4 Milliarden US‑Dollar bis Ende 2026 zu erhöhen. Dieser Ausbau unterstützt die steigende operative Nachfrage in Europa und unterstreicht DroneShields Engagement für die Stärkung industrieller Grundlagen und die Diversifizierung globaler Lieferketten – während Militär, Sicherheitsbehörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen ihre Counter‑UAS‑Fähigkeiten ausbauen und modernisieren.
DroneShield wurde vor zwölf Jahren gegründet und hat heute seinen Firmensitz in Sydney/Australien, wo es seit 2016 auch börsennotiert ist.
Stefan Bitterle
















