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Vor wenigen Tagen haben die australischen Streitkräfte die elektrisch angetriebenen Prototypen des geschützten Radfahrzeuges Bushmaster auf dem australischen Chief of Army Symposium (CAS) vorgestellt. Die konventionell angetriebene Version des Fahrzeuges hatte unlängst Aufmerksamkeit erregt, da die australische Regierung 60 Stück an die ukrainischen Streitkräfte übergeben hatte.

Das geschützte Radfahrzeug Bushmaster wird vom Rüstungskonzern Thales in Bendigo im australischen Bundesstaat Victoria eigenen Angaben zufolge aktuell in zwölf verschiedenen Versionen hergestellt. Neben Australien sind die Niederlande der größte Nutzer des geländegängigen und luftverlastbaren Fahrzeuges, das optional mit einem Schutz bis auf STANAG 4569 Level 3 versehen werden kann. Bei dem auf dem CAS vorgestellten, als electric Protected Military Vehicle (ePMV) bezeichneten Prototypen wurde der 300 PS leistende Sechszylinder-Dieselmotor 3126E 7.2 von Caterpillar durch einen neuen Elektroantrieb ersetzt.

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Der elektrische Bushmaster bei seiner Vorstellung auf dem australischen Chief of Army Symposium (CAS), Foto: Commonwealth copyright / Department of Defence Australia / Max Bree

Oberst Robin Smith, Leiter Robotic and Autonomous Systems Implementation and Coordination Office (RICO), setzt große Hoffnungen auf die Entwicklung des ePMV, wie er am Rande der Vorstellung sagte. Das auf unbemannte Systeme spezialisierte Amt RICO der australischen Streitkräfte zeichnet für den Prototypen verantwortlich und sieht darin eine Vorstufe für zukünftige Gefechtsfahrzeuge, die teilweise auch unbemannt operieren könnten. Die jetzt bereits realisierten Vorzüge des ePMV gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sieht Smith in der größeren Beschleunigung, dem höheren Drehmoment und dem geringeren Wartungsaufwand aufgrund weniger mechanischer Einzelkomponenten. Zudem sei die Stromversorgung für zusätzliche externe Verbraucher auf dem digitalisierten Gefechtsfeld der Zukunft eine relevante Fähigkeit. Auch auf die im Vergleich zu konventionellen Antrieben geringere Wärme- und Schallsignatur ging der Fachmann ein. Im nächsten Entwicklungsschritt soll laut Hersteller die Reichweite des Fahrzeuges auf bis zu 1.000 km gesteigert werden.

Bei der Betrachtung des ePMV-Programms sei auch anzumerken, dass diese federführend von RICO durchgeführt wurde, ohne Beteiligung von Thales als Hersteller des Basisfahrzeuges. Erst nach einer Evaluierung der technischen und taktischen Anforderungen durch die Truppe und dem Erstellen eines Lastenheftes wollen die australischen Streitkräfte auf die Industrie zugehen. Dieser Schritt wird laut Smith erst in ein paar Jahren erfolgen und erst mit einer gesicherten Finanzierung zu einem möglichen Beschaffungsprozess führen.

Kristóf Nagy