Seit 2019 lädt die BWI in der letzten Novemberwoche IT-Spezialist*innen aus Bundeswehr, Industrie und BWI zum BWI Data Analytics Hackathon ein. Das gemeinsame Ziel: Innerhalb weniger Tage innovative IT-Lösungen mit Mehrwert zu entwickeln, die in bestehende Projekte integriert oder künftig als neue Projekte für die Bundeswehr und BWI aufgenommen werden können.

Unter dem Motto „Lucky Number 7“ kamen in diesem Jahr mehr als 100 „Hackathonians“ in Bonn und per Remote-Zugang zusammen, um sich den von BWI und Bundeswehr ausgearbeiteten vier unterschiedlichen Challenges rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zu stellen. Konkret ging es dabei um:
· Wargaming: Simulation militärischer Entscheidungsprozesse auf Grundlage einer Sprache-zu-Text-Analyse,
· Open Source Intelligence: Automatisches Lagebild aus Social Media, Geo- und offenen Datenquellen,
· Weltraumwetter: Analyse der Auswirkungen von Sonnenstürmen und magnetischen Impulsen anhand von Satellitendaten,
· Software Engineering: Entwicklung einer hybriden Kartenlösung ähnlich Google Maps für die Bundeswehr.

Am Montag fanden sich die Teilnehmenden in insgesamt 20 Teams zusammen, um online oder live vor Ort Ideen für smarte KI-Anwendungen mit hohem Praxisbezug zu entwickeln und diese in den folgenden Tagen in Form erster Prototypen zu programmieren. Beim Hackathon kommen in den einzelnen Teams die unterschiedlichsten Menschen zusammen, ob von Bundeswehr, BWI, ob Student*in, Technikanfänger*in oder absoluter Code-Profi. Alle Teilnehmenden verbindet der Spaß und der Ehrgeiz, Lösungen für Challenges aus dem realen Alltag zu finden und so in einem dynamischen Setting einen Mehrwert für die Bundeswehr zu schaffen. Dabei sorgen Unterhaltungsformate wie ein Kickerturnier oder ein Casinoabend für ein Ambiente, das die Kreativität für die Bearbeitung der Challenges steigert und das Networking zwischen den „Hackathonians“ unterstützt.

Dass dieses Konzept des BWI Data Analytics Hackathons aufgeht, hat sich in der Vergangenheit bereits häufiger gezeigt: In den vergangenen Jahren wurden während der Veranstaltungen verschiedene Prototypen entwickelt, für deren Weiterentwicklung die BWI anschließend durch die Bundeswehr beauftragt wurde, wie etwa im Projekt PRADA. Bei PRADA handelt es sich um einen cloudbasierten Webservice, der mithilfe von KI-gestützten Prognosen die Verfügbarkeit von Waffensystemen erhöht. Bereits 2022 wurden im Rahmen einer Challenge erste Ideen entwickelt. Nach einer gemeinsamen Weiterentwicklung mit dem Planungsamt der Bundeswehr stellt die BWI PRADA nun seit Juli 2025 als Software-as-a-Service über die private Cloud der Bundeswehr zur Verfügung.

Nach intensiven Tagen inklusive eingelegter Nachtschichten und einem ersten Vorentscheid am Donnerstag stellten die verbliebenen Teams auch in diesem Jahr am Freitag nacheinander ihre Lösungswege vor und präsentierten die Prototypen, die sie in den letzten Tagen gemeinsam erarbeitet hatten. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Fachexperten von Bundeswehr, BWI, Forschung und Industrie bewertete die Lösungen im Anschluss nach Usability, fachlich korrekter Umsetzung sowie akkurater Erfüllung der Anforderungen der Challenge-Gebenden. und kürte für jede der vier Challenges die drei bestplatzierten Teams.

Die inzwischen siebte Auflage des BWI Data Analytics Hackathons belegt einmal mehr, dass dieses Format nicht nur in kürzester Zeit die Entwicklung innovativer Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen der Streitkräfte ermöglicht, sondern auch die aktive Zusammenarbeit auf Arbeitsebene zwischen BWI und Bundeswehr fördert. Im kommenden Jahr geht der Hackathon dann traditionell wieder in der letzten Novemberwoche in die nächste Runde.

Autorenteam BWI