Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 15. Oktober 3,5 Milliarden Euro für die Entwicklung und Herstellung des Spähfahrzeugs Neue Generation freigegeben, der ab 2029 unter dem Namen Luchs 2 in die Truppe eingeführt werden soll. Mit dem Hersteller General Dynamics European Landsystems-Bridge Systems (GDELS) soll ein Rahmenvertrag abgeschlossen werden. , nach dem das Unternehmen 2028 zwei Referenzsysteme für die integrierte Nachweisführung liefern wird. 2028 liefert das Unternehmen zwei Referenzsysteme für die integrierte Nachweisführung. Die 272 Serienfahrzeuge gehen ab 2029 bis 2032 in die Truppe. Eine Option über 82 weitere Fahrzeuge ist eingeplant, hierfür liegt jedoch noch kein Zeitplan vor.
GDELS-Mowag wird die Trägerfahrzeuge vom Piranha V 6×6 liefern, Hensoldt Optronics die Sensorsuite, Rheinmetall Electronics die Waffenanlage, e.sigma die Ausbildungssimulatoren und Saab Bofors Dynamics Switzerland die Tarnausstattung.
Die Beschaffung des Luchs 2 ist gegenüber der ursprünglichen Planung um Jahre verspätet. Die veränderte Finanzlage in Einzelplan 14 dürfte den Durchbruch ermöglicht haben. Kern ist ein Rahmenvertrag mit GDELS-Bridge Systems, der die Lieferung von zwei Referenzsystemen und neunzig Serienfahrzeugen vorsieht. Parallel wird ein erster Änderungsvertrag geschlossen: zwei Vorausexemplare sowie weitere einhundertachtzig Serienfahrzeuge. Damit sind insgesamt zweihundertvierundsiebzig Luchs 2 fest bestellt. Zusätzlich umfasst das Paket eine Option über einhundertzwei weitere Fahrzeuge sowie eine Verlängerung der Vertragslaufzeit um drei Jahre auf insgesamt zehn Jahre.
Mobilitätsträger Piranha 5 6×6
Im Wettbewerb ist der Lösungsvorschlag von GDELS ausgewählt worden, der als Basis des Luchs 2 den Piranha 5 von GDELS vorsieht, der für dieses Projekt um eine Achse auf ein 6×6-Laufwerk verkürzt worden ist. In der 6×6-Version gibt GDELS ein zulässiges Gesamtgewicht von 25 Tonnen an, in dem 7,5 Tonnen Nutzlast enthalten sind. Eine 8×8-Version wird ab 2026 als Trägerfahrzeug für das Tactical Wide Area Network, TaWAN) in die Bundeswehr eingeführt.
Für das Basisfahrzeug steht ein MTU-Dieselmotor 6V199 TE21 mit 437 kW zur Verfügung, der mit einem ZF-Getriebeautomaten den Antriebsblock bildet. Damit kann das Fahrzeug die geforderte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erreichen. Für den Schwimmbetrieb sind zwei Propeller am Heck und am Bug ein Schwallbrett angebracht. Das Fahrzeug ist standardmäßig bis Level 4 nach STANAG 4569 gegen ballistische Bedrohungen und gegen Minen geschützt. Zusatzschutz ist verfügbar.
Bewaffnung, Funktionsausstattung und Simulatoren
Als Bewaffnung wurde die 25-mm-Maschinenkanone MK 25 KBA von Oerlikon ausgewählt. Die Kanone wird von Rheinmetall Italia über einen gesonderten Beschaffungsvertrag zugeliefert, für das GDELS das Bestellrecht hat. Die Schnellfeuerkanone kann mit einer Kadenz von 600 Schuss pro Minute Voll- und Subkalibermunition verschießen.
Damit wird das Fahrzeug der zukünftige Hauptmobilitäts- und Funktionsträger der fahrzeuggebundenen Spähaufklärung. Über die Funktionsausstattung ist wenig bekannt. Bilder zeigen zwei ausfahrbare Masten eine ausfahrbare Beobachtungs- und Aufklärungseinheit sowie Antennen für weitreichende Kommunikation. Das deutet auf eine umfassende Ausstattung mit Kommunikations- und Informationssystemen sowie Navigationsmitteln hin.
Im Zuge des Rahmenvertrags soll eine Simulationsumgebung für die Ausbildung entwickelt und sechs Ausbildungs-Gefechtssimulatoren (AGFS) geliefert werden. Drei AGFS sind vor 2030 zu liefern, die anderen drei nach 2030.
Meilensteine für die Durchführung
Für die Steuerung des Ablaufs ist vereinbart, die Designphase bis Mitte 2027 abzuschließen und das Projekt einem Critical Design Review zu unterziehen. Ab Mitte 2028 soll die integrierte Nachweisführung beginnen. Etwa acht Monate wird es dauern, bis die Serienfreigabe erteilt wird. Dann kann die Serienauslieferung 2029 mit Stückzahlen zwischen 58 und 90 Fahrzeugen pro Jahr beginnen.
Gerhard Heiming
















