Der Anfang der 2000er Jahre von Deutschland und Schweden entwickelte Marschflugkörper TAURUS KEPD 350 wurde 2005 in die Bundeswehr eingeführt und bedarf nach 20 Jahren Nutzungsdauer der Überholung und Maßnahmen zum Fähigkeitserhalt. Für die Modernisierung der Abstandwaffe hat das BAAINBw nach Billigung durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 19. Dezember mit dem Hersteller, TAURUS Systems GmbH, eine Rahmenvereinbarung zur zweiten Grundüberholung ab dem Jahr 2025 unterzeichnet, um die erforderlichen Maßnahmen zum sogenannten Fähigkeitserhalt frühzeitig einzuleiten. Die Taurus Systems GmbH ist ein 1998 gegründetes Joint Venture von MBDA Deutschland und Saab Dynamics.

Ein Vertragsvolumen wurde nicht bekannt gegeben. Zur Finanzierung wurden Mittel aus dem Sondervermögen und dem Einzelplan 14 freigegeben. Daraus kann auf eine Laufzeit über 2028 hinaus geschlossen werden.

Marschflugkörper TAURUS KEPD-350 unter einem Kampfjet Tornado IDS ASSTA 3.0. Demnächst soll auch der Eurofighter TAURUS einsetzen können. (Foto: Bundeswehr Andrea Bienert)

TAURUS ist das Akronym aus „Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System“. Der Lenkflugkörper ist rund fünf Meter langer und fast 1.400 Kilogramm schwer. Er ist mit einem eigenen Triebwerk und einem Missionsplanungssystem ausgestattet. TAURUS ist für die Bekämpfung von strategisch wichtigen Zielen über große Entfernung vorgesehen. Die Reichweite wird mit über 300 km angegeben. So müssen die Piloten für das Abfeuern nicht in den feindlichen Luftraum eindringen.

In der Bundeswehr kann das Waffensystem dem BAAINBw zufolge aktuell mit dem Kampfflugzeug Tornado eingesetzt werden. Der Einsatz am Eurofighter werde derzeit vorbereitet.

TAURUS steht zurzeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat wiederholt um die Bereitstellung des weitreichenden Marschflugkörpers gebeten, um Ziele auf russischem Territorium bekämpfen zu können. Bundeskanzler Olaf Scholz und große Teile der SPD sind dagegen, im Gegensatz zu Politikern der Grünen und der CDU/CSU.

Redaktion / gwh