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Bodengebundene Luftverteidigung

Wie wichtig die Modernisierung der Luftverteidigung für Deutschland ist und mit welchen Bedrohungen wir rechnen müssen, zeigt der Ukraine-Krieg. Die Fort- und Weiterführung des bestehenden PATRIOT Systems ist deshalb einer der Schwerpunkte für MBDA. Um angemessen auf die neue Bedrohungssituation reagieren zu können, kann PATRIOT durch zusätzliche Flugkörper und Feuereinheiten, sowie durch Leistungsverbesserungen in Form von neuen Sensoren und Gefechtsstandkonzepten gestärkt und weiterentwickelt werden. Das Ziel: Gemeinsam mit der Firma Raytheon ein leistungsgesteigertes PATRIOT und Technologien aus dem TLVS Programm in ein „Future Air Defense Command Concept“ zusammenzuführen, um bestehende und zukünftige Systeme und Systemelemente der bodengebundenen Luftverteidigung zu führen. Interoperabilität und einfache Integration verschiedenster Effektor- und Sensorelemente bilden dabei einen Schwerpunkt. Eine durchgängige, einsatzorientierte Architektur und ein Software Development Kit unterstützt diesen neuartigen Ansatz. So können Komponenten verschiedener Hersteller mit minimalem Aufwand miteinander verknüpft werden, was eine integrierte Luftverteidigung ermöglicht. Künftig soll so auch die Bekämpfung hypersonischer Waffen realisiert werden. Der Flugkörper des europäischen Twister-Programms, an dessen Konzeption MBDA derzeit arbeitet, kann innerhalb dieses integrierten Systemansatzes einen maßgeblichen Beitrag zur Verteidigung gegen hypersonische Bedrohungen leisten.

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MBDA Sky Warden für den Nah- und Nächstbereichschutz (Graphik: MBDA Deutschland)

Zur Abwehr von Unmanned Aerial Systems im Nah- und Nächstbereich bietet MBDA mit Sky Warden NNbS ein System mit verschiedenen Effektorlösungen an. Diese marktverfügbaren bzw. kurzfristig einführbaren Effektoren können auf hochmobilen taktischen Plattformen integriert auch in der Bewegung eingesetzt werden. Das Lasersystem für den Nah- und Nächstbereichsschutz, das Technologien, Komponenten und Erkenntnisse des Lasersystems für die Marine nutzt, soll künftig auch für Land- und Luftstreitkräfte eingesetzt werden. Der Lenkflugkörper – SADM (Small Anti Drone Missile) ist zur Bekämpfung von Klein-Drohnen vorgesehen und nutzt die Technologiebasis des aktuell in der Einführung befindlichen Lenkflugkörpers ENFORCER. Als dritte Effektorlösung setzt MBDA auf den vollständig qualifizierten und marktverfügbaren SHORAD-Lenkflugkörper MISTRAL. Aufgrund seiner hohen Agilität und schnellen Zielaufschaltung empfiehlt sich MISTRAL besonders für den hochmobilen Einsatz – nicht nur gegen Drohnen, sondern auch gegen ein breites Bedrohungsspektrum.

Bewaffnung fliegender Plattformen

Mit der Beteiligung am FCAS-Projekt leistet MBDA einen entscheidenden Beitrag für das wichtigste europäische Rüstungsprojekt der nächsten Jahrzehnte. MBDA entwickelt als Hauptpartner von Airbus Defence & Space Remote Carrier. Sie bilden zusammen mit dem New Generation Fighter und der kollaborativen Netzwerkumgebung, der Combat Cloud, das sogenannte Next Generation Weapon System im FCAS. Bei den Remote Carriern handelt es sich um neuartige fliegende Plattformen, die die Fähigkeit von Lenkflugkörpern und Unmanned Aerial Vehicles vereinen. Das Einsatzspektrum der Remote Carrier reicht vom Elektronischen Kampf über Aufklärung bis hin zur Wirkung.

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F-35 mit MBDA Lenkflugkörper METEOR und SPEAR (Graphik: MBDA Deutschland)

Darüber hinaus rüstet MBDA die Luftwaffen verschiedener Nationen mit Waffensystemen wie den Abstandslenkflugkörper TAURUS, den Luft-Luft-Lenkflugkörper METEOR, den von der Marine eingesetzten Seezielflugkörper MARTE ER für den NH 90 oder die Luft-Boden- Bewaffnung BRIMSTONE und SPEAR aus. Mit Blick auf die Luftwaffe bietet MBDA diese speziellen Waffensysteme für Tornado, Eurofighter oder F-35A an.

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